850 Bonner Handys für einen guten Zweck

Unterstützung von Familien in Not im Ostkongo
31. Januar 2017; Sebastian Eckert

BONN / AACHEN. Viele alte Handys und Smartphones warten derzeit auf Abholung: Rund 850 Mobiltelefone spendeten die Bonner im Rahmen der „Aktion Schutzengel – Für Familien in Not. Weltweit“ seit dem Besuch des Internationalen Katholischen Missionswerk missio Aachen am 28. November 2016 auf der Kirchenmeile des Weihnachtsmarkts. Diese wurden am Montag durch missio abgeholt. Jetzt werden sie der Verwertung zugeführt.

 

Als Dank überreichte MISSIO- Referentin Dr. Eva-Maria Hertkens die Schutzengel-Plakette an Pastoralreferentin Brigitte Schmidt von der Gemeindepastoral im Stadtdekanat Bonn. „Wir freuen uns über die große positive Resonanz, die die Sammel-Aktion bei den Bonnern hervorgerufen hat“, stellt Schmidt fest. Deshalb wurde die Aktion auch über den Weihnachtsmarkt hinaus verlängert.

 

„Jedes Gerät ist ein Beitrag dazu, einer der Fluchtursachen im Kongo entgegenzuwirken, die Schöpfung zu bewahren und gleichzeitig die Hilfe für die Opfer im Ostkongo finanziell zu unterstützen. Und die Aktion geht weiter – wer noch keine Gelegenheit hatte, sein altes Handy einzuwerfen, kann es direkt an missio schicken!“, erklärt Hertkens.

 

Aktion Schutzengel - Für Familien in Not. Weltweit

Über 100 Millionen ausgediente Handys liegen nach Schätzungen von Experten ungenutzt in deutschen Schubladen. Mit diesen Geräten kann noch viel Gutes bewirkt werden, denn jedes Stück enthält wertvolle Rohstoffe. Mit dem Recycling unterstützt man nicht nur die Umwelt, sondern auch Familien in Not.

 

Der missio-Partner Mobile-Box verwertet die Alt-Geräte wieder und rettet so deren Rohstoffe, darunter Gold, und bereitet funktionierende Geräte falls möglich wieder auf. Aus den Erlösen erhält missio bis zu einem Euro pro Handy für die „Aktion Schutzengel – Für Familien in Not. Weltweit“.

 

Weitere Informationen rund um die Aktion gibt es unter missio-hilft.de/de/aktion/schutzengel/fuer-familien-in-not-weltweit/

 

Seit vielen Jahren fördert missio Projektpartner in zahlreichen Ländern, in denen notleidenden Familien geholfen wird. Oftmals sind es erschreckende Bilder: Mütter und Väter, die sich mit ihren Kindern in Flüchtlingslager retten müssen, die auf der Müllhalde leben oder auf Friedhöfen ums Überleben kämpfen. missio engagiert sich für diese Familien in Not. Weltweit.

 

Mit der Aktion Schutzengel „Für Familien in Not. Weltweit“ stellt missio die dramatische Situation von Familien im Kongo in den Mittelpunkt. Durch den Bürgerkrieg in der Demokratischen Republik Kongo sind Millionen Menschen auf der Flucht. Der Konflikt trifft vor allem Familien. Dörfer werden überfallen, Menschen verschleppt, und Frauen wird Gewalt angetan. Sie alle brauchen dringend Unterstützung. Deshalb fördert missio im Kongo und in vielen anderen Ländern engagierte Projektpartner, die sich für Familien in Not einsetzen. missio-hilft.de/familien

 

Alte Handys spenden

Wer noch keine Gelegenheit hatte, sein Handy abzugeben, kann es per Post einsenden an:
Missio, Internationales Katholisches Missionswerk e.V.
Mein Handy für Familien in Not
Goethestraße 43
52064 Aachen
 

Hilfe für Frauen in der D.R. Kongo

In der Provinz Süd-Kivu im Osten der Demokratischen Republik Kongo sind Verbrechen alltäglich.Die Menschen haben eine Vergewaltigung erlebt oder gesehen, wie einem Familien-mitglied Gewalt angetan wurde. Viele Menschen leiden über Jahre seelisch unter diesen Erinnerungen. Die Kommission für Gerechtigkeit und Frieden der Erzdiözese Bukavu hat dezentral vier Büros eingerichtet, um den Opfern mit Gewalterfahrungen zu helfen, ihre schlimmen Erlebnisse zu verarbeiten.

 

Seit Jahren kommt es in den östlichen Provinzen der Demokratischen Republik Kongo Ituri, Nord-und Süd-Kivu zu bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen Streitkräften der Regierung und verschiedenen Rebellengruppen. Soldaten der UN-Mission MONUSCO haben seit 2010 die Aufgabe übernommen, die Zivilbevölkerung zu schützen, dennoch kommt es immer wieder zu Plünderungen, Überfällen und Vergewaltigungen. Viele Menschen sind auf der Flucht und nicht in der Lage, für das Einkommen und die Ernährung ihrer Familien zu sorgen.

 

Katholische Kirche betreut Gewaltopfer
Die Ereignisse der vergangenen Jahre und die dauernde Sorge um die Sicherheit lassen die Menschen verzweifeln, dazu kommt für Frauen die Scham nach einer Vergewaltigung. Häufig werden sie von Verwandten oder Nachbarn dafür gemieden und verachtet. Die Kommission „Gerechtigkeit & Frieden“ organisiert Hilfe.

 

Familien werden mit ins Boot geholt
Bereits 2009 richtete die Kommission der Erzdiözese Bukavu an verschiedenen Orten drei Büros ein, die jeweils mit einem Mann und einer Frau besetzt sind. Ein viertes Büro wurde 2011 eröffnet. Pater Justin und Frau Thérèse Mema arbeiten mit sehr viel Engagement im Projekt. Mit dem Pro-gramm „Dynamique Femme et Paix“ bieten Sie den Opfern von Gewalt individuelle Beratung an, orga-nisieren nach Bedarf medizinische Untersuchungen oder juristischen Beistand. Vor allem können sich die betroffenen Menschen die Not von der Seele reden. Alle Menschenrechtsverletzungen werden dokumentiert. Das Sozialteam nimmt auch Kontakt zu den Familien auf, damit sie vergewaltigte Frauen wieder aufnehmen, und sorgt für die Kinder, die nach einer Vergewaltigung zur Welt gekommen sind.

 

Wertvolle Arbeit für die Betroffenen
Thérèse Mema Mapenzie ist eine der Sozial-arbeiterinnen der Erzdiözese Bukavu, die verge-waltigten Frauen Mut gemacht hat, ihr Leben wieder in die Hand zu nehmen. Der Filmemacher Manfred Karremann berichtet über seine Eindrücke bei den Dreharbeiten im Kongo: „In vielen Jahren Fernseh-arbeit bin ich selten derart erschütternden Schick-salen begegnet und so beeindruckenden Menschen wie Thérèse Mema und Father Justin von „Justice and Peace”. Sie geben Hoffnung, wo sonst nur Verzweiflung bliebe. So wie missio, das sie unterstützt.“

 

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