Maria Lichtmess und Kerzensegnung im Bonner Münster

Nachweihnachtliche Lichtsymbolik - Tage werden schneller hell und länger
21. Januar 2017; Reinhard Sentis (presse@katholisch-bonn.de)

Darstellung des Herrn - Fresko im Hochchor

BONN. Genau 40 Tage nach Weihnachten, also am Donnerstag, 2. Februar 2017, feiert die katholische Kirche das Fest "Darstellung des Herrn", besser bekannt als "Mariä Lichtmess." Wie in vielen anderen Kirchen, so werden im Bonner Münster an diesem Tag im Gottesdienst um 18.00 Uhr Kerzen gesegnet. Die Gottesdienstteilnehmer sind eingeladen, auch eigene Kerzen zur Segnung mitzubringen. Die Messe beginnt im Westteil der Basilika, wo einst der Petrusaltar stand. Von dort ziehen die Gläubigen in einer Lichterprozession durch die Basilika. Auch im Mittagsgebet um 12.15 Uhr wird das Fest gefeiert. Im Mittelpunkt des Gottesdienstes im Hochchor der Basilika steht das Fresko, das die Bibelstelle von der Darstellung Jesu im Tempel durch seine Eltern zeigt.

 

„Eigentlich segnen wir nicht die Kerzen, sondern immer nur die Menschen, die diese Dinge zum Guten nutzen", erläutert Stadtdechant Wilfried Schumacher und schließt jedes magische Missverständnis grundsätzlich aus. Mit den brennenden Kerzen wollten die Christen zeigen, dass der Jesus Christus die Welt in ein neues Licht gestellt hat: „Sein Leben und seine Botschaft leuchten in der Dunkelheit auch eines jeden Menschen und sie sollen uns den Weg zum Leben zeigen", so Schumacher.

 

Der Name Darstellung des Herrn beruht auf einem Bibeltext, der an diesem Tag in den Kirchen gelesen wird. Gemäß jüdischem Reinheitsgebot war es im Judentum Brauch, mit dem erstgeborenen Sohn in den Tempel zu gehen und ein Reinigungsopfer darzubringen. Außerdem wird nach biblischem Gesetz wird der erste Sohn als Eigentum Gottes angesehen und ihm im Tempel übergeben ("dargestellt") und durch eine Geldspende ausgelöst wird. 

 

Lichtmess ist ein sehr altes Fest: Im dritten Jahrhundert wurde es von Papst Gelatius eingeführt, aber erst 542 ordnete Kaiser Justinian an, dieses Fest in den Kalender des oströmischen Reiches einzufügen. Es dauerte länger als ein Jahrhundert, bis sich das Fest auch in Rom und im gallisch-fränkischen Raum einbürgerte. Ehemals markierte der 2. Februar das Ende der Weihnachtszeit, was nicht zuletzt auch an der Lichtsymbolik lag, denn von diesem Zeitpunkt an, werden die Tage wieder deutlich länger und heller. 

  

Zurück