Sternsinger-Kneipen-Tour: Die Spendenkarawane zieht weiter

8. Januar 2017; Reinhard Sentis

BONN. Ein Kamel, das Gitarre spielt und Weihnachtslieder anstimmt, sorgte am Samstagabend, 7. Januar 2017, in den Bonner Wirtshäusern für viel Begeisterung. Es war die alljährliche Sternsinger-Kneipen-Tour, bei der Jugendliche und junge Erwachsene als die Heiligen Drei Könige verkleidet für notleidende Kinder sammelten. Organisiert wurde die Aktion vom Bund der der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) Bonn. Mit dabei war auch Stadtjugendseelsorger Dr. Meik Peter Schirpenbach.

 

Trotz teils spiegelglatter Straßen schlidderten die Alt-Sternsinger durch die Bonner Altstadt und City. Mit dem Klassiker „Wir kommen daher aus dem Morgenland“ auf den Lippen zogen sie in die Wirtshäuser und baten um Spenden. Traditionell bringen die Sternsinger auch den Neujahrssegen in die Häuser, der über den Türen und an den Eingängen mit gesegneter Kreide angeschrieben wurde. (20*C+M+B+17, Christus mansionem benedicat = Christus segne dieses Haus). „Unser großer Dank gilt den Wirten, die ihre Türen geöffnet haben, den Gästen, die gespendet haben und natürlich den Sternsingern selbst“, sagte BDKJ-Vorsitzende Dana-Marie Eckhardt.

 

Zur großen Freude der Sternsinger wurden 316,83 Euro gesammelt. „Jeder Cent zählt, wenn es um die gute Sache geht“, so Stadtjugendseelsorger Schirpenbach. Der BDKJ Bonn unterstützt mit den Spenden im Libanon eine Förderschule für syrische Flüchtlingskinder. Die Spenden gehen über die Kirchengemeinde St. Petrus direkt an das Kindermissionswerk.

 

Erstaunen und manchmal auch ein Kichern lösten die Sternsinger bei ihrer Tour durch die Innenstadt aus, was den engagierten jungen Leuten aber nichts ausmachte. „Es gehört natürlich auch ein Schuss Selbstironie dazu, wenn junge Erwachsene sich noch einmal oder zum ersten Mal kostümieren“, bekannte der ehemalige BDKJ-Vorsitzende Gabriel Kunze, der bereits zum vierten Mal mit von der Partie war. Und Pfadfinderin Anne Segbers fügte hinzu: „Für den guten Zweck darf man sich nicht ganz so ernst nehmen.“ Sie musste es wissen, denn sie schlüpfte freiwillig in das Kamel-Kostüm und begleitete die Truppe auf der Gitarre. Auf ihrem Weg hatten die Alt-Sternsinger auch Stadtdechant Msgr. Wilfried Schumacher besucht. Der freute sich sehr über das Engagement: „Man ist ja nie zu alt, um Gutes zu tun.“

 

Die einhellige Bilanz der vierten Sternsinger-Kneipen-Tour: „Wir freuen uns auf das fünfte Mal.“

 

Neujahrssegen

Der Schriftzug „20*C+M+B+14" ist kein versteckter Hinweis auf die Namen Caspar, Melchior und Balthasar, die die Tradition den Heiligen Drei Königen zugesagt hat. Er ist die Abkürzung für den Neujahrssegen „CHRISTUS MANSIONEM BENEDICAT", zu Deutsch und in Kombination mit den Jahreszahlen: Christus segne dieses Haus im Jahr 2014. Gewöhnlich schreiben die Kinder diesen An die Haustür oder den Türrahmen.

 

Sternsinger
1959 wurde die Aktion erstmals gestartet. Inzwischen ist das Dreikönigssingen die weltweit größte Solidaritätsaktion, bei der sich Kinder für Kinder in Not engagieren. Sie wird getragen vom Kindermissionswerk „Die Sternsinger" und vom Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ). Jährlich können mit den Mitteln aus der Aktion rund 2.000 Projekte für Not leidende Kinder in Afrika, Lateinamerika, Asien, Ozeanien und Osteuropa unterstützt werden.
Infos: sternsinger.org

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