3. Advent

Das Heil kommt in die Stadt

Es trat ein Mensch auf, der von Gott gesandt war; sein Name war Johannes. Er kam als Zeuge, um Zeugnis abzulegen für das Licht, damit alle durch ihn zum Glauben kommen. Er war nicht selbst das Licht, er sollte nur Zeugnis ablegen für das Licht.

Dies ist das Zeugnis des Johannes: Als die Juden von Jerusalem aus Priester und Leviten zu ihm sandten mit der Frage: Wer bist du?, bekannte er und leugnete nicht; er bekannte: Ich bin nicht der Messias.

 

Sie fragten ihn: Was bist du dann? Bist du Elija? Und er sagte: Ich bin es nicht. Bist du der Prophet? Er antwortete: Nein.

Da fragten sie ihn: Wer bist du? Wir müssen denen, die uns gesandt haben, Auskunft geben. Was sagst du über dich selbst?

Er sagte: Ich bin die Stimme, die in der Wüste ruft: Ebnet den Weg für den Herrn!, wie der Prophet Jesaja gesagt hat.

 

Unter den Abgesandten waren auch Pharisäer. Sie fragten Johannes: Warum taufst du dann, wenn du nicht der Messias bist, nicht Elija und nicht der Prophet? Er antwortete ihnen: Ich taufe mit Wasser. Mitten unter euch steht der, den ihr nicht kennt und der nach mir kommt; ich bin es nicht wert, ihm die Schuhe aufzuschnüren.

Bibel, Johannes-Evangelium Kapitel 1 Verse 6-8. 19-28

 

 

Gedanken von Msgr. Wilfried Schumacher

Lärm, Schmutz, Beton, verpestete Luft, anonyme Menschenmassen. – All das fällt vielen ein, die an eine Großstadt denken. Offen auf den Straßen zu sehen oder versteckt hinter den Hausfassaden ist das Unheil in der Stadt sichtbar und spürbar: Neid, Gewalt, Gleichgültigkeit, Eifersucht, Drogen und Prostitution.

 

Dieses Unheil zieht sich durch die Geschichte der Menschheit. Davon erzählt auch die Bibel. Und trotzdem gibt Gott diese Welt und die Menschen nicht auf. Er will selbst Mensch werden, und die unheile Welt heilen.

 

Er schickt einen Engel in die Stadt Nazareth zu einer jungen Frau mit dem Namen Maria mit der Frage, ob Sie mithelfen möchte. Mit ihrem schlichten „Ja, mir geschehe wie Du es gesagt hast“, schafft Maria Raum für Gott in sich und damit in der Stadt, in der Welt. Das Heil bricht an: Zunächst unscheinbar und kaum zu sehen, ebenso wie das werdende Leben im Leib der schwangeren Frau.

 

„Mitten unter euch steht der, den ihr nicht kennt und der nach mir kommt.“, sagt Johannes der Täufer und hat Jesus Christus im Blick. – Wer mit offenen Sinnen durch die Welt geht, wird ihn wahrnehmen und kann das Heil entdecken, das anbricht. In kleinen Gesten der Freundschaft, der Hilfe, der Unterstützung und der liebevollen Zuwendung. In einer freundlichen Ansprache oder einem tröstenden Wort.

 

Gottes Stadt ist ganz anders als die grauen Städte, die wir kennen. In Gottes Stadt gibt es Liebe und Heil, Gerechtigkeit und Frieden.

 

Wo liegt aber diese paradiesische Stadt? Sie entsteht immer dort, wo Menschen wie Maria Gott Raum in ihrem Denken und Handeln geben, sich ansprechen lassen, wie Maria von Gabriel.

 

Und der Engel Gabriel wurde zu ihnen gesandt, in eine Stadt namens Bonn.