Liebe

Stadtkrippe am 3. Advent

„Es kommt ein Schiff geladen“ – das ist auch die Botschaft für die Menschen in unserer Stadt. Es sind Menschen von heute, die auf einem großen Bildschirm ähnlich den großen Werbetafeln im Straßenbild, sehen können, was sie von diesem Schiff erwarten dürfen: LIEBE.

 

Juble, Tochter Zion! Jauchze, Israel!

Freu dich, und frohlocke

von ganzem Herzen, Tochter Jerusalem!

Der Herr hat das Urteil gegen dich aufgehoben […].

Der König Israels, der Herr, ist in deiner Mitte;

du hast kein Unheil mehr zu fürchten.[…]

Lass die Hände nicht sinken!

Er freut sich und jubelt über dich,

er erneuert seine Liebe zu dir.

Bibel, Zephanja, Kapitel 3, Verse 14 ff.

 

So lesen wir in der Bibel, im Buch des Propheten Zefanja. Gott verspricht den Menschen einen Neuanfang. „Wie ein junger Mann der frisch verliebt ist, so ist Gott verliebt in die Menschen“. Nimm dein Leben wieder selbst in die Hand, Gott ist an deiner Seite, um dir dabei zu helfen. Gottes Nähe bewirkt, dass auch unser Leben neu wird. Freue Dich!

 

Genau das ist die Mitte des biblischen Glaubens, diese Zusage. Trotz unserer Schwachheit und Versagen, Gott bleibt uns treu! Allerdings haben manche Leute hier bei uns zurzeit nichts zu lachen: Die Krankheit, die nicht besser wird, die zerbrochene Partnerschaft, der Tod eines Familienangehörigen, der Verlust des Arbeitsplatzes. All denen macht der Prophet ebenfalls Mut: Lasst die Hände nicht sinken! Verliert nicht den Mut! Schaut, Gott hat euch in der Vergangenheit immer wieder Gründe gegeben, euch zu freuen. Er wird das auch in Zukunft tun, auch wenn ihr das momentan beim besten Willen nicht glauben könnt. Gott wird euch retten aus eurer momentanen Lage, denn er liebt euch, er freut sich über euch, und er will, dass auch ihr wieder froh werdet.

 

Das dritte Bild unserer Stadtkrippe zeigt beispielhaft, dass es in unserer Gesellschaft viele Situationen gibt, die nach LIEBE, nach Nähe rufen:

Wir sehen ein Paar, das sich hilflos zerstritten hat. Das Porzellan liegt am Boden. Die Wege trennen sich. Papst Franziskus sagt: „Und oft werden der Ehemann und die Ehefrau etwas nervös und streiten miteinander. Sie streiten – das ist so. Man streitet immer in der, manchmal fliegen auch die Teller. Wir dürfen darüber aber nicht traurig werden, das menschliche Dasein ist so. Und das Geheimnis ist, dass die Liebe stärker ist als der Augenblick, in dem man streitet, und daher rate ich den Eheleuten immer: Lasst den Tag, an dem ihr gestritten habt, nicht zu Ende gehen, ohne Frieden zu schließen. Immer! Und um Frieden zu schließen, braucht man nicht die Vereinten Nationen anzurufen, damit sie nach Hause kommen, um Frieden herzustellen. Es genügt eine kleine Geste, eine zärtliche Berührung…“

 

Ein Kind, das weinend am Straßenrand sitzt und von den Passanten nicht beachtet wird. Vor einigen Wochen hat der WDR diese Szene im Film nachgestellt und das Verhalten der Passanten beobachtet. Die meisten Menschen gingen achtlos vorbei.

 

Der Mann, auf den alle mit dem Finger zeigen – alle meinen über ihn Bescheid zu wissen. Er wird festgelegt auf seine Geschichte. „Du hast … getan“ – „Du hast gesagt …“. Er kann nicht neu anfangen – beim besten Willen nicht!

 

Aber entdecken Sie in unserer Krippe auch das Gegenteil. Sie sehen das Paar, das zu den Klängen des musizierenden Beethovens tanzt. Freude und Liebe pur.

 

Es kommt ein Schiff geladen – was erwarten Sie von diesem Schiff?