Friede

Stadtkrippe am 4. Advent

„Es kommt ein Schiff geladen“ – das ist auch die Botschaft für die Menschen in unserer Stadt. Es sind Menschen von heute, die auf einem großen Bildschirm ähnlich den großen Werbetafeln im Straßenbild, sehen können, was sie von diesem Schiff erwarten dürfen: FRIEDEN.

 

„Er (Gott) wird der Friede sein“, ruft der Prophet Micha den Menschen zu. Das hebräische Wort Shalom, das wir mit Frieden übersetzen, ist nicht einfach der Gegenbegriff von Krieg. Shalom bedeutet Ganzheit und Wohlergehen; es meint Sicherheit, Wohlstand, Wohlfahrt und Freiheit von politischen Unruhen. Die hebräische Bibel ist sich klar in ihrem Verständnis, dass der Friede verloren geht, wenn Krankheit, Ungerechtigkeit, Armut, Konflikt, Gewalt und Krieg Leib und Seele der Menschen verwunden, die Gesellschaft und die Erde verletzen. Mit der Abwesenheit von Konflikt und Krieg ist die Bedeutung von Shalom nicht erschöpft.

 

Das vierte Bild unserer Stadtkrippe zeigt beispielhaft, dass es in unserer Gesellschaft viele Situationen gibt, die nach FRIEDEN rufen:

 

Wir sehen Gewalt gegen einen Menschen, der am Boden liegt, und einen Rollstuhlfahrer, dessen Rollstuhl umgestoßen wurde und den eine Caritas-Schwester stützt.

 

Menschliche Aggression zeigt sich auch bei uns – nahezu täglich: ob als häusliche Gewalt, ob auf Straßen oder Plätzen: Menschen werden getreten und zu Tode geprügelt; die Gewalt in Schulen oder in Fußballstadien nimmt erschreckend zu. Das Fernsehen zeigt auch an Weihnachten stundenlang Action-Streifen und brutale Thriller.

 

Wir sehen Gewalt gegen Sachen. Die Mülltonne wird umgestoßen. Die Arbeit des Stadtreinigers wird gestört. „Seid Hüter der Gaben Gottes! Und wenn der Mensch dieser Verantwortung nicht nachkommt, wenn wir uns nicht um die Schöpfung und um die Mitmenschen kümmern, dann gewinnt die Zerstörung Raum, und das Herz verdorrt.“, sagt Papst Franziskus.

 

Auch der Taschendiebstahl dient nicht dem Frieden. Der Respekt vor dem anderen Menschen, schließt auch den Respekt vor seinem Eigentum mit ein.

 

 

 

Aber entdecken Sie in unserer Krippe auch das Gegenteil: die Kinder, die miteinander friedlich spielen und die beiden Männer, die sich zum Gespräch getroffen haben.

Haben Sie auch den Stadtsoldaten entdeckt, der um die Hausecke lugt. Er muss noch etwas warten bis er und seine Kameraden durch ihr Treiben Freude bereiten können, um so auch dem Frieden zu dienen.

 

Der Engel im weißen Anzug zeigt auf den Bildschirm, der den Friedensbringer ankündigt. Es kommt ein Schiff geladen – was erwarten Sie von diesem Schiff?