Weihnachten

Vier Wochen lang hat unsere Stadtkrippe im Advent Szenen unserer Gesellschaft gezeigt, die wir alle kennen: Ungerechtigkeiten, Unbarmherzigkeiten, Lieblosigkeiten, Gewalt, Streit und Unfrieden. Immer verbunden mit der Sehnsucht, die wir alle in uns tragen, nach Gerechtigkeit, Erbarmen, Liebe und Frieden.

 

 

Wir glauben, dass diese Sehnsucht an Weihnachten erfüllt ist. Das Kind in der Krippe ist der „Retter, der Heiland, der Herr“ – so sagen es die Engel den Hirten. Er bringt das, was wir ersehnen. Wer sich auf ihn einlässt, wer seinen Wort folgt und sein Leben von ihm bestimmen lässt, der erlebt es.

 

In unserer Stadtkrippe sehen wir Maria, Josef und das Jesuskind nicht einem Stall, sondern in einem Flüchtlingszelt. Das mag manchen erschüttern.

 

Aber „wir dürfen uns nichts vormachen: Krippe und Stall sind nicht das Idyll eines Holzschnitzers für die wohnliche Stube. Krippe und Stall sind Ausdruck von Lebensgefahr, von Not und Hilflosigkeit, der dieses Kind vom ersten Augenblick an ausgesetzt war.“ (Kardinal Woelki)

 

In einem solchen Flüchtlingszelt leben die Menschen in der Heimat Jesu, die aus den Kriegsgebieten des Nahen Ostens geflohen sind. Nicht selten warten Sie auf einen Schlepper, der ihnen für teures Geld die Erlöser im fernen Europa verspricht.

Viele Tausend Ehrenamtliche haben in den letzten Monaten in unserem Land gezeigt, dass die Herbergssuche nicht so verlaufen muss wie sie Maria und Josef in Bethlehem erlebt haben. Sie haben die Flüchtlinge willkommen geheißen und helfen ihnen, hier anzukommen und in Sicherheit zu leben.

 

Deshalb eilen die Menschen auch in unserer Krippe herbei und bringen – wie die vielen Helferinnen und Helfer in den vergangenen Wochen – Nützliches mit, was notwendig ist fürs tägliche Leben und Überleben.

 

Wie schön sind die Städte, die das krankhafte Misstrauen überwinden, die anderen mit ihrer Verschiedenheit eingliedern und aus dieser Integration einen Entwicklungsfaktor machen! (Papst Franziskus, Evangelii gaudium Nr. 210) Unsere Stadtkrippe ist auch eine Anerkennung und ein Dank an alle, die sich in den letzten Monaten der Flüchtlinge angenommen haben.

 

Gleichzeitig verkünden wir so eine alte und doch immer neue Botschaft. „Gott geht in seiner Solidarität mit uns Menschen aufs Ganze, an den äußersten Rand des Lebensmöglichen.“ (Kardinal Woelki)

 

Adolf Kolping in der Kluft eines Zimmermannsgesellen ist niedergekniet. Von ihm stammt das Wort: „So weit Gottes Arm reicht, ist der Mensch nie ganz fremd und verlassen. Und Gottes Arm reicht weiter, als Menschen denken können.“

 

„Ich verkünde Euch eine große Freude“ - angesichts der Frohen Botschaft der Engel kann man ruhig ein Tänzchen wagen. Besonders dann, wenn Beethoven selbst zum Tanz aufspielt.

 

Und wo ist Ihr Platz in diesem Bild?