HOFFEN

2. Advent

„Save the Date“ – sagt man heute neudeutsch, wenn man jemanden mitteilen will, dass ein Termin, ein Date bevorsteht, den man sich unbedingt merken soll. Den man retten („save“) soll vor möglichen Terminkollisionen. „Save the Date“ heißt es auch in der Adventszeit in unserem Münster. Es geht um den einen Termin, den wir uns merken sollen: Den 25. Dezember, den Geburtstag Jesu.

 

 

Feste sind oft mit einer großen Hoffnung verbunden: Der eine möchte im Fest den schweren Alltag vergessen. Der andere will Leute treffen, die er schon lange nicht gesehen hat. Die Gäste machen einen neugierig und lassen hoffen, neue Menschen kennenzulernen.

 

„Die Hoffnung stirbt zuletzt“, heißt eine Redensart. Das zeigt auch die eigene Lebenserfahrung. Wenn vieles aussichtslos erschien, gab uns doch der kleine Funke der Hoffnung Kraft. „Die Hoffnung ist ein großes rundes Brot, das man zusammen essen muss, und erst dann wird man satt“, sagt der Theologe Fulbert Steffensky. Und er hat Recht. Wenn ich mit meiner Hoffnung nicht allein bleibe, sondern sie mit anderen teilen kann, dann wächst sie in mir.

 

 

Unsere Stadtkrippe zeigt in dieser zweiten Adventswoche Szenen der Hoffnung, wie wir sie aus dem Alltag unserer Stadt kennen:

 

Das Kind, dessen Eltern sich streiten, ist voller Hoffnung, dass sich die beiden wieder versöhnen. Kinder sind oft die Leidtragenden, wenn Vater und Mutter im Streit miteinander sind.

 

Der Mensch im Rollstuhl hofft, besser dem täglichen Weg zurechtzukommen. Er streckt der Caritas-Schwester hoffnungsvoll die Hände entgegen, die ihm Hilfe anbietet.

 

Auf Krücken humpelt der Obdachlose. Er ist voller Hoffnung, dass ihn jemand unterstützt. Dankbar nimmt er das Angebot der Dame an, die ihm den Arm reicht.

 

Die beiden ausländischen Mitbürger umarmen sich. Der alte Mann hofft sich in dieser Begegnung eine gute Zukunft für alle abzeichnet. Er weist seinen Enkel auf die Szene hin.

 

Unterschiedliche Szenen, die uns in unterschiedlicher Weise herausfordern, die uns fragen nach unserer Hoffnung.  Der Mensch hat jeden Tag viele kleinere oder größere Hoffnungen. Sie ändern sich in jedem Lebensabschnitt.

 

In der Jugend ist etwa es die Hoffnung auf die große, erfüllende Liebe; auf eine bestimmte Stellung im Beruf, auf Erfolge. Wenn sich diese Hoffnungen aber erfüllen, zeigt sich, dass dies doch nicht alles war. Ich brauche als Hoffnung mehr als das, was ich je erreichen kann mehr, eigentlich genügt mir nur das Unendliche.

 

Tragen Sie auch die Hoffnung in sich, gemocht, verstanden und gebraucht zu werden?

Werden Sie sich Ihrer Hoffnung neu bewusst!

 

Der Advent vereint uns in einer gemeinsamen Hoffnung. „Save the date!“ – Halte Dir den Termin frei. Du bist eingeladen, dabei zu sein, wenn sie sich erfüllt!

 

Übrigens: Haben Sie den weißgekleideten Mann bemerkt? (Sie können ihn auch Engel nennen).
Er überbringt die Einladung an die Menschen in der Stadt.
„Save the date“ – Sehen wir uns?