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4. Advent

„Save the Date“ – sagt man heute neudeutsch, wenn man jemanden mitteilen will, dass ein Termin, ein Date bevorsteht, den man sich unbedingt merken soll. Den man retten („save“) soll vor möglichen Terminkollisionen. „Save the Date“ heißt es auch in der Adventszeit in unserem Münster. Es geht um den einen Termin, den wir uns merken sollen: Den 25. Dezember, den Geburtstag Jesu.

 

Schon seit Wochen tragen wir die Einladung zu diesem Fest in uns! Der Termin rückt näher. Jetzt steht die Entscheidung an: Eingeladen bin ich! - Gehe ich auch hin? Breche ich auf? Gehe ich los?

 

 

Unsere Stadtkrippe zeigt in dieser 4. Adventswoche Szenen der Festvorbereitung und des Aufbruchs, wie wir sie aus dem Alltag unserer Stadt kennen.

 

Das Zelt, in dem Maria, Josef und das Kind Zuflucht finden sollen, wird aufgebaut. Viele packen mit an: der Zimmermann, der Stadtsoldat und auch der Mann von „bonnorange“.

 

 

Ein kleiner Junge hat etwas entdeckt, was ihn neugierig macht. Er winkt den anderen. Seine kleine Freundin eilt an der Hand ihrer Mutter herbei.  Wer zu einem Fest geht, nimmt Geschenke mit. Die Töpferfrau stellt schöne Dinge her, die sich als Präsent eignen.

 

Ein Paar macht sich mit eiligen Schritten auf den Weg. Auch der Busfahrer fühlt sich eingeladen und läuft los! Die Menschen mit einem Handicap, die schnell an den Rand gedrängt und übersehen werden, hat die Einladung in Bewegung gebracht.

 

Nicht zu übersehen ist die Frau an der linken Seite. Sie folgt nicht den anderen. Sie läuft in die entgegengesetzte Richtung. Es gibt immer Menschen, die der Einladung zum Fest nicht folgen.  Unterschiedliche Szenen, in denen wir uns vielleicht selbst wiederfinden.

 

Losgehen, aufbrechen ist nicht nur eine Bewegung, mit der ich auf die Einladung zu einem Fest reagiere. Aufbrechen ist ein Grundelement des Lebens überhaupt. Wie die Knospe aufbricht und zur Blume wird, wie aus der Schale eines Eis neues Leben aufbricht, so ist es auch in uns selbst: Neues wird nur, wenn wir bereit sind, aufzubrechen, loszugehen, Bekanntes zu verlassen. Nicht immer ist der Aufbruch von Erfolg gekrönt. Auch die Eingeladenen haben noch nicht die Sicherheit, dass das Fest gelingt.

 

Hans-Dieter Hüsch schreibt: „Ich habe mich auf den Weg gemacht: Wie einer der drei Weisen suchte ich nach einem Lichtpunkt am dunklen Himmel. Wie einer der Hoffnungslosen suchte ich nach einem Funken Hoffnung in dieser Welt. Wie einer aus der Verlorenheit suchte ich ein Zuhause bei Gott. Ich suchte Gott bei den Menschen und fand einen Blick, der mich verstand, und fand eine Hand, die mich suchte, und fand einen Arm, der mich umfasste. Und fand einen Mund, der zu mir Ja sagte. Ich fand Gott nach langem Suchen: Nicht mächtig, nicht prächtig. Sehr bescheiden, alltäglich, als Kind in der Krippe, nackt, frierend, hilflos, mit einem Lächeln durch die Zeiten; das erreichte mich in meinen Dunkelheiten. Gott fängt ganz klein an, auch bei mir.“

 

Haben Sie den weißgekleideten Mann bemerkt (Sie können ihn auch Engel nennen)? Er hat den Menschen in der Stadt die Einladung überbracht. Jetzt will er dem Betrachter die Einladung überreichen. „Save the date“ – sehen wir uns?