Was ich anderen gönne

Die Stadtkrippe 2017 am zweiten Advent

Am Zweiten Advent nähert sich die Stadtkrippe der Frage, „Was gönne ich anderen?“. Drei ins rechte Licht gerückte Szenen greifen diese Frag auf, geben uns aber zunächst erstmal noch ganz grundlegende Hinweise zum Gönnen.

Ein passives Gefühl

Was meint Gönnen wirklich? Ich kann einem anderen sein Glück oder Erfolg neidlos zugestehen, mich mit ihm daran freuen. Gönnen ist dann zunächst erstmal ein passives Gefühl.

 

So dargestellt in der Szene vor der Post. Die Personen, die sich um den Herrn im beigen Mantel versammelt haben, freuen sich auf ganz unterschiedliche Weise mit ihm. Mal neugierig, mal ganz erstaunt und dann schon fast andächtig.

 

Seine Geschichte ähnelt vielleicht dem Gleichnis vom verlorenen Sohn in der Bibel (Evangelist Lukas 15, 25-32). Lange hat dieser Herr schon nichts mehr von seinem Sohn gehört. Zwischen beiden herrscht seit langem Streit. In dem Brief, den der Herr liest, schreibt ihm sein Sohn. Wer genau hinschaut kann darin lesen, dass der Sohn zurückkommen möchte und sich nach Versöhnung sehnt.

 

Was für ein glückseliger Moment für den Vater. Wer kann sich da nicht wohlwollend mit dran erfreuen?

 

Gönnen fordert uns, aktiv zu werden

 

Gönnen aber ist mehr als nur ein Gefühl, oder ein Mitfühlen. Das positive Gönnen geht noch viel weiter. Es fordert uns Menschen auf aktiv zu werden, anderen etwas Gutes zu tun. Buchstäblich dem anderen etwas zu gönnen.

 

Wer genau hinschaut entdeckt dies dargestellt am Töpferstand. Völlig unerwartet und überrascht bekommt die Töpferin einen Blumenstrauß geschenkt. Man sieht ihr die Freude förmlich ins Gesicht gezeichnet. Wie aufmerksam von dem jungen Herrn. Ja, es braucht dafür die nötige Aufmerksamkeit um zu wissen, was man anderen Gönnen kann. 

 

Neid und Missgunst

Ein Glücksrad mit tollen Preisen in der Mitte des Münsterplatzes zieht unsere Aufmerksamkeit auf sich. Daran probieren die Kinder ihr Glück und können sich schon an so manch gewonnen Preis erfreuen. Anderen Menschen etwas zu gönnen ist leichter gesagt als getan.

Wie schnell man auf andere neidisch ist, denen Glück und Erfolg wiederfährt, kennt sicherlich ein jeder von uns. So wendet sich der Mann in grau bewusst mit ablehnender Haltung vom Glücksrad ab. Es reicht schon, wenn er selbst kein Glück im Leben hat. Aber sich dann noch für die anderen freuen? Hier sehen wir die Kehrseite vom Gönnen: Neid und Missgunst.

Nicht weniger Glück haben, weil der andere mehr hat

Erinnern wir uns noch einmal an das Gleichnis vom verlorenen Sohn. Es beschreibt wie schwer es dem hart arbeitenden und daheim gebliebenen Bruder fällt, sich über die Rückkehr des scheinbar verlorenen Bruders zu freuen. Völlig unverständlich, dass für ihn auch noch das kostbare Mastkalb geschlachtet wird. Würden Sie an der Stelle des Bruders dem verlorenen Sohn ein solches Willkommensfest gönnen?

 

Sicherlich gibt es kein Patentrezept, das bei Neid hilft. Vielleicht aber hilft der Gedanke, dass ich nicht weniger Glück habe, nur wenn der andere (scheinbar) mehr hat.

Wie halten Sie es mit dem Gönnen?