200 Grundschüler pilgern zum Bonner Münster

4. Juli 2017; Reinhard Sentis (presse@katholisch-bonn.de)

BONN. Mehr als 200 Grundschüler werden am Freitag, 7. Juli 2017, auf Wallfahrt zum Bonner Münster aufbrechen. Um 10.00 Uhr feiern die Jungen und Mädchen mit ihren Lehrerinnen und Lehrern einen Gottesdienst in der Kirche Sankt Remigius (Brüdergasse 8). Danach ziehen Sie durch die Bonner Innenstadt zum Münster und zu den Bonner Stadtpatronen Cassius und Florentius.

Auf ihrem Pilgerweg werden die Schülerinnen und Schüler zunächst das Bonner Münster umschreiten, bevor sie mit Stadtdechant Msgr. Wilfried Schumacher durch die päpstliche Basilika hinuntergehen in die Krypta zum Schrein der Stadtpatrone. Abschließend treffen sich die Kinder im mittelalterlichen Kreuzgang, wo die Wallfahrt gegen 12.00 Uhr endet.

An der Wallfahrt nehmen die 3. und 4. Klassen von vier Bonner Grundschulen teil. Die Schulwallfahrt wird organisiert durch das Schulreferat im Stadtdekanat Bonn.

 

HINTERGRÜNDE, STICHWORTE, INFORMATIONEN

Die Bonner Stadtpatrone Cassius und Florentius und Gefährten
Das Bonner Münster ist über den Gräbern christlicher Märtyrer erbaut, die heute als die Bonner Stadtpatrone Cassius und Florentius verehrt werden. Sie gehören zu den Heiligen der Thebäischen Legion und verbinden Bonn mit traditionsreichen christlichen Kultstätten in ganz Europa. – Im alten Theben (heute Ägypten) entwickelte sich das Christentum sehr früh. Der Überlieferung nach haben aus dieser Gegend stammende römische Soldaten sich aufgrund ihres christlichen Glaubens geweigert, den Kaiser als Gott anzubeten. Diesen Loyalitätsbruch strafte der Kaiser mit dem Tod.
Mauritius, der Anführer der Legion, wurde einer der bedeutendsten Heiligen des Mittelalters. Über seinem Grab in Saint Maurice steht das älteste Kloster des Abendlandes (515 gestiftet). Es steht in Verbindung christlichen Kultstätten der Thebäerverehrung in der Schweiz, in Deutschland, Österreich, Norditalien und Frankreich, darunter Zürich, Basel, Paris, Tours, Mailand, Turin, Trier, Xanten, Köln und eben auch Bonn.
In Bonn wird eine erste Kirche zu Ehren der Heiligen Cassius und Florentius im Jahr 691 bezeugt. In deren Umfeld entwickelten sich zuerst die Villa Basilica und schließlich der mittelalterliche Stadtkern Bonns. Mitte des 11. Jahrhunderts bedarf es einer größeren Pilgerkirche, woraus nach 200-jähriger Bautätigkeit das heutige Bonner Münster entstand. 1166 ließen Erzbischof Rainald von Dassel und der Bonner Propst Gerhard von Are die Gebeine der Heiligen aus den Gräbern holen zur Ehre der Altäre erheben, was der rituelle Akt zur offiziellen Heiligsprechen war. Sie wurden dargestellt auf dem Bonner Stadtsiegel und 1643 offiziell zu Patronen der Stadt Bonn erklärt.
Da ihr Leben der Überlieferung nach weit vor der ersten großen Trennung der Christen datiert wird, gelten sie als Heilige der ungeteilten Christenheit. Konkret wird dies in der Kathedrale der griechisch-orthodoxen Metropolie, wo Cassius und Florentius lebensgroß im Heiligen-Zyklus dargestellt sind. Weiterhin sind sie Patrone der rumänisch-orthodoxen Gemeinde in Bonn und die koptischen Christen, aus deren Heimat auch Cassius und Florentius stammen, feiern immer wieder Gottesdienst in der Krypta des Münsters.
Der 10. Oktober ist der Gedenktag, welcher in der ganzen Stadt als kirchliches Hochfest gefeiert wird, der wiederum in ein 10-tägiges Stadtpatronefest eingebettet ist. www.stadtpatrone.de

 

Das Bonner Münster
Das Bonner Münster ist die Hauptkirche der katholischen Kirche in Bonn. Seit mehr als 1300 Jahren werden dort die heutigen Bonner Stadtpatrone und christlichen Märtyrer Cassius und Florentius verehrt. Baubeginn des heutigen Gotteshauses, welches als Stiftskirche des bedeutenden Cassius-Stiftes diente, war Mitte des 11. Jahrhunderts. Im Bonner Münster wurden zwei Könige gekrönt (1314 Friedrich III. von Österreich und 1346 Karl VI. von Luxemburg). 1956 wurde das Bonner Münster zur päpstlichen Basilika Minor erhoben.
Der Legende nach soll die Kaiserin Helena die erste Kirche an diesem Ort gestiftet haben, wovon zahlreiche Darstellungen zeugen. Dadurch wird sie zur Schwesterkirche des Trierer Doms, wo die Helena-Verehrung ebenfalls auf eine lange Tradition zurückblickt. Die Stadtpatrone Cassius und Florentius hingegen gehören den christlichen Märtyrern der sogenannten Tebäischen Legion, wodurch das Münster weiterhin mit Stätten wie Köln, Xanten, Saint Maurice, Zürich, Turin und Mailand verbunden ist. www.bonner-muenster.de

Zurück