Gottesdienst zum Auftakt der Karnevalssession, Begrüßung

8. Januar 2015; Wilfried Schumacher

Begrüßung des katholischen Stadtdechanten, Msgr. Wilfried Schumacher, beim ökumenischen Gottesdienst zum Auftakt der Karnevalssession am Donnerstag, 8. Januar 2015, im Bonner Münster

  

Schön, dass Ihr da seid! Herzlich willkommen in der Münsterkirch!

 

So viele gekrönte Häupter hat das Münster nur im Mittelalter gesehen, als hier zweimal deutsche Könige gekrönt wurden. Alle Tollitäten seien besonders willkommen: Die Prinzen und Prinzessinnen wie immer sie heißen mögen.

Nur: über Prinzen habe ich in der Bibel nur an fünf Stellen etwas gefunden, über Prinzessinnen gab gibt es nur zwei Stellen.

 

Dagegen von Königen ist oft die Rede – über 2500 Mal – einer der bekanntesten ist König David. Der hat viele Leedcher geschrieben, die wir heute noch im Gottesdienst beten und singe.

 

Eins geht so:

Lobt den Här en singem Heiligdum,

lobt ihn met dr decke Trumm, wann ihr danzt,

lobt ihn met Fläute un Vijelinne,

lobt ihn met krieschende Zimmdeckele,

lobt ihn met lautem Zimderatata.

Alles, was Odem hät, soll dat metmaache.

 

Da könnte man meinen, die hatten Jerusalem schon einen Rosenmontagszug met decke Trumm und Zimmdeckele. Ja wenn da Trömmelche jeht!

 

„Bönnsche em Jlöck – domols wie hück“ heißt das Motto und wir sind dankbar, dass Ihr Euch erinnert an Friedrich den Schönen, der vor 700 Jahren hier im Münster zum deutschen König gekrönt wurde. Wir haben das im November nachgespielt – die Frau Präsidentin war dabei – es war ein bisschen wie bei der Prinzenproklamation: Der Einzug und die Insignien, die der König bekam. – Und dann natürlich die Heilige Adelheid, die vor 1000 Jahren gelebt hat. Eine große Frau, der wir Pützchens Markt verdanken. Sie verbindet die beiden Rheinufer, denn sie ist Patronin der ganzen Stadt.

 

Aber es gibt nicht nur „Menschen im Glück“ – an diesem Tag wird uns dies ganz schmerzvoll bewusst, wenn wir an die Ereignisse in Paris denken. Das können wir auch in dieser Stunde nicht außen vorlassen. Deshalb wollen wir auch in diesem Gottesdienst der Opfer von Paris, ihrer Angehörigen und Kollegen gedenken. „Lass uns den Hass fortlieben aus der dunklen Zeit“, heißt es in einem Kirchenlied.

 

Eine der schönsten Definitionen von Karneval habe ich vor über 40 Jahren bei einer Versammlung des Bundes deutscher Karnevalisten in unserer Stadt gehört: Durch Frohsinn dem Menschen Freude bereiten, um dem Frieden zu dienen.

 

Beten wir, dass uns diese Friedensarbeit in dieser Session gelingt!

 

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