"Hier entsteht: Das Reich Gottes" - Fronleichnam 2018 in Bonn

Zentrales Fronleichnamsfest in Bonn - Feierliche Prozession durch die Bonner City - Eucharistischer Segen am Rhein - Tag glaubender Überzeugung
28. Mai 2018; Reinhard Sentis (presse@katholisch-bonn.de)


BONN. Unter dem Leitwort „Hier entsteht: Das Reich Gottes“ lädt das Katholische Stadtdekanat Bonn ein zur zentralen Fronleichnamsfeier am Donnerstag, 31. Mai 2018. Um 9.30 Uhr wird Pfarrer Bernd Kemmerling als kommissarischer Stadtdechant in der Remigius-Kirche (Brüdergasse) mit den Gläubigen die Eucharistie feiern. Für Hörbehinderte wird der Gottesdienst in Gebärdensprache übersetzt. Sitzplätze hierfür sind im Mittelschiff der Kirche vorn rechts reserviert. Musikalisch wird der Gottesdienst gestaltet die Bonner Münster-Musik zusammen mit einem Blechbläserensemble.

 

Das Motto steht im Kontext der vielen Baustellen in der Bonner Innenstadt, die aber nur sinnbildlich sind für das stetige Bauen am und Schaffen einer besseren Welt. Daher streift die Prozession mehrere große Baustellen und den Marktplatz und Münsterplatz entlang der Universität zum Alten Zoll. Dort wird der feierliche Eucharistische Schlusssegen gespendet, bevor alle zu einem Fest der Begegnung im Biergarten eingeladen sind.

 

„Die biblische Rede vom ‚Reich Gottes‘ bezeichnet Gottes dynamisches Wirken in der Welt“, sagt Pfarrer Bernd Kemmerling. Dahinter stehe die ununterbrochene Hoffnung auf ein Leben voll Friede, Anerkennung, Wertschätzung, Gerechtigkeit und Liebe. Attribute, an denen wir es im Großen und im Kleinen nur allzu oft fehlen lassen würden. „Auch unsere Kirche ist und bleibt eine ‚ewige Baustelle‘, die uns Christen immer wieder neu in die Verantwortung ruft, als Gottes Mitarbeiter mutig und inspirierend am Reich Gottes – mitten in unserer Zeit – weiterzubauen.“

 

Prozessionsweg: Brüdergasse, Marktplatz, Bischofsplatz, Am Hof, Martinsplatz, Münsterplatz (Statio & Segen), Remigiusstraße, Marktbrücke, Marktplatz, Bischofsplatz, Stockenstraße, Stadtgarten, Alter Zoll (Statio & Segen).

 

Ein Tag glaubender Überzeugung

An Fronleichnam feiern die Katholiken in besonderer Weise die Gegenwart des Gottessohnes Jesus Christus im Zeichen des geweihten (konsekrierten) Weines und Brotes. Als Ausdruck dieses Glaubens wird dabei seit dem 13. Jahrhundert ein solch konsekriertes Brot - der Leib Christi - in einem wertvollen Behältnis allen sichtbar durch die Straßen getragen. Dabei ist der Fronleichnamstag mit seinen teils sehr farbenfrohen und prachtvollen Prozessionen kein Tag demonstrativer Macht und Herrlichkeit, sondern glaubender Überzeugung.

  

 

Geleitwort des kommissarischen Stadtdechanten, Pfarrer Bernd Kemmerling, zur zentralen Fronleichnamsfeier 2018 in Bonn

Das diesjährige Fronleichnamsfest steht unter dem Thema „Hier entsteht: Das Reich Gottes“. Angelehnt ist es erst einmal an die jeden Tag sichtbar und ins Auge fallenden Baustellen in Bonn. Allein in der Stadtmitte sind es das Bonner Münster, die Universität und der Hauptbahnhof. Bonn ist in vielerlei Hinsicht im Entstehen.

Jedoch weist der zweite Teil des Titels auf die Kernbotschaft hin: das Reich Gottes. Dieser aus dem Alten Testament stammende Begriff bezeichnet das dynamische Wirken Gottes. Das was mit der Schöpfung sichtbar wurde, das buchstäbliche Wirken Gottes, ist auch heute noch jeden Tag zu sehen. In vielen Gleichnissen im Neuen Testament wird das Reich Gottes in seiner Zusage für Arme und Leidende näher veranschaulicht – Jesus von Nazareth macht deutlich, dass es bereits begonnen hat. Das Reich Gottes ist schon „mitten unter uns“. Im Ersten Korintherbrief vergleicht Paulus das Reich Gottes mit einer Baustelle mit verschiedenen Diensten (1 Kor 3,9-15): „Gott ist der Eigentümer, wir sind die Handwerker. Der Grund ist schon gelegt, jetzt liegt es an uns, mit guten Materialien (unseren Talenten, unseren Ideen) weiterzubauen.“

 

Auch unsere Kirche ist und bleibt eine „ewige Baustelle“, die uns Christen immer wieder neu in die Verantwortung ruft, als Gottes Mitarbeiter mutig und inspirierend am Reich Gottes – mitten in unserer Zeit – weiterzubauen. Trotz aller „Baustellen“ im Alltag und in unserem eigenen Leben dürfen wir darauf vertrauen, dass Gott es ist, der diesen Bau am Ende vollenden wird.

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