Jetzt auch für's Nest: Das Osterlamm zum Fest

Bonner Münster-Laden bietet Schoko-Osterlamm für 2,90 Euro an
28. März 2017; Sebastian Eckert

Es müssen ja nicht immer Osterhasen und Ostereier sein: Vor allem, weil diese Symbole junge Küken sind im Vergleich mit dem Osterlamm, welches seine Wurzeln bereits im Judentum hat.

 

Grund genug für die katholische Citypastoral Bonn, dieses Lamm wieder in den Fokus des höchsten Festes der Christenheit zu rücken. Und diese Symbolik kommt genussreich daher. Aus Schokolade werden die Osterlämmer ab sofort im Bonner Münster-Laden für 2,90 Euro angeboten. Mit dabei ist natürlich auch jeweils eine gestrickte Fahne mit einem Christus-Symbol.

 

Die Lämmer werden durch den St. Benno Verlag hergestellt. Dort achtet man auf eine faire Herstellung und ökologische Nachhaltigkeit.

 

Warum das Lamm?

Bei dem Symbol des Lammes spielt die Wehrlosigkeit des Lammes gegen wilde Tiere, den Scherer und den Schlächter eine große Rolle. Schon in den ältesten Teilen der Bibel ist es das wichtigste Opfertier. Die biblischen Vorraussagen des Propheten Jesaja beziehen die Christen auf Jesus: "Wie ein Lamm, das man zum Schlachten führt, und wie ein Schaf angesichts seiner Scherer, so tat auch er seinen Mund nicht auf."

 

Seit über 3000 Jahren begehen die Juden alljährlich ihr Passahfest, an dem sie an den Auszug aus der ägyptischen Gefangenschaft denken. Begangen wird dies mit einem großen Mahl, in dessen Zentrum der Verzehr eines Lammes steht. Jesus hat dann dieses jüdische Mahl neu ausgelegt. Das Brot, das am Beginn des Mahles und der Segenskelch mit Wein, der am Ende des Mahles gereicht wird, stehen nun im Zentrum des neuen Gedächtnismahles. Für die Christen ist Jesus selbst das Lamm, denn er wird geopfert, damit die Menschen Versöhnung erlangen. Freiwillig und unschuldig gibt er sein Leben für uns Menschen hin.

 

Dass Gott ihn nicht im Tode belässt, sondern ihn auferweckt und ihm das ewige Leben schenkt, ist das eigentliche tiefe und froh machende Geheimnis des Osterfestes.

 

Und weil Ostern für die Christen ein Fest der Freude und des neu erwachenden Lebens ist, ist das „Bonner Osterlamm“ auch ein Süßes – mit Puderzucker nämlich. Denn das Osterlamm ist nicht nur das geopferte, sondern auch das siegreiche Lamm. Im letzten Buch der Bibel, der Offenbarung des Johannes heißt es: „Würdig ist das Lamm, das geschlachtet wurde, Macht zu empfangen, Reichtum und Weisheit, Kraft, Ehre, Herrlichkeit und Lob.“ (Offb 5,12)

  

Eine Fahne für den Sieg über den Tod

Fahnen, Flaggen oder Standarten sind Erkennungszeichen. Sie stehen stellvertretend für Gruppen, Vereine, Parteien, Nationalitäten, Zünfte, Kirche… Die Christen der ersten Jahrhunderte kannten keine Fahnen. Sie waren sogar verpönt, weil das Fahnentuch (lat. vexillum) vor allem in kriegerischen Auseinandersetzungen immer eine Rolle spielte und von den Siegern im eroberten Gebiet aufgestellt wurde. Siegeszeichen der Christen sollte nur das Kreuz selber sein, was in verschiedenen Hymnen auch so besungen wurde: Vexilla regis, vexillum cucis, vexillum Christi.

 

Nach dem 4. Jahrhundert gab es zwar (angestoßen durch das Labarum Konstantins) hin und wieder Fahnen, jedoch bekamen sie erst im 10. Jahrhundert auch wirkliche liturgische Bedeutung.

 

Jesu Sieg über den Tod wurde zeichenhaft durch die Osterfahne ausgedrückt und hatte Ähnlichkeit mit dem römischen Feldzeichen eines Sieges. Sowohl Darstellungen des auferstandenen Christus als auch das Opferlamm (Symbol für den schuldlos Gekreuzigten) beinhalten meist eine solche Osterfahne.

 

Woher kommt der Osterhase?

Der Osterhase taucht als Eier bemalender Frühlingsbote erst im Jahre 1678 in Heidelberg auf. Er sollte die Eier bemalen, verstecken und legen. Die kirchliche Eierweihe wiederum ist schon im 4. Jahrhundert nachzuweisen. Schon in der Urchristenzeit galt das Ei als Sinnbild des Lebens und der Auferstehung. Das Ei hält etwas verborgen, ist wie ein verschlossenes Grab, in welches ein Leben geschlossen ist. Damit wird die Beziehung zur Auferstehung Christi deutlich und die Verbindung zwischen dem Ei und Ostern für die Christen erklärbar.

 

Aber auch die Zukunft des Lebens, vor allem der Kinder, lässt Ostern zu einem Freudenfest werden. Schließlich geht das heutige Brauchtum der Ostereier auch auf die im Mittelalter übliche Bezahlung der Zinsen und Abgaben mit Eiern an Gründonnerstag zurück.

  

Zurück