Stahlinstallation von Ansgar Nierhoff wird für die Generalsanierung abgebaut

Ansgar Nierhoffs "Ausgleich nach dem Bildersturm" wird wegen Generalsanierung abgebaut - Vierteiliges Werk seit 1998 am Bonner Münster
13. März 2018; Sebastian Eckert (sebastian.eckert@katholisch-bonn.de)

BONN. Zur Vorbereitung der Fassadensanierung und der Erweiterung des Bauzauns wird die Stahlinstallation „Ausgleich nach dem Bildersturm“ von Ansgar Nierhoff abgebaut. Der Abbau findet am Mittwoch, 14. März 2018, ab 9.30 Uhr mithilfe eines Kranwagens durch eine Fachfirma statt. Ab 10.30 Uhr sollten erste Fortschritte sichtbar sein. Die Arbeiten können sich bis in den Nachmittag hinziehen.

Der Bereich wird für die Gerüstaufstellung und Fassadensanierung des Bonner Münsters im Rahmen der Generalsanierung benötigt. Das Kunstwerk befindet sich in Privatbesitz.

 

„Ausgleich für den Bildersturm“
Der Wahlkölner Künstler Ansgar Nierhoff schuf das vierteilige Werk „Ausgleich für den Bildersturm“ aus geschmiedetem und gewalztem Stahl. Die Streckung (der Stab) ist 9,16 Meter lang und  hat einen Durchmesser von 15 cm). Die zwei Kreissegmente sind 4 cm bzw. 2 cm dick und haben einen Durchmesser von 3,90 Meter. Der Durchmesser der Kugel beträgt 69 cm. Alle Teile haben dasselbe Volumen, nur die Form unterscheidet sich.

Konzipiert wurde die Skulptur für die Marienkapelle in der Liebfrauenkirche in  Frankenberg/Eder. Dort wurde sie 1996 entfernt. Im Zuge der Nierhoff-Ausstellung 1998 wurde sie am Bonner Münster wiederaufgestellt und blieb anschließend dort.

 

Ansgar Nierhoff
Geboren am 1. Oktober 1941 in Meschede/Westfalen, machte Ansgar Nierhoff erst eine Ausbildung zum Maurer und anschließend sein Abitur in Frankenberg an der Eder. Bis 1969 studierte er an der Kunstakademie in Düsseldorf. 1965 zog Nierhoff nach Köln, wo er bis zu seinem Tod 2010 lebte.Einem breiten Publikum wurde er bei der Dokumenta 6 im Jahr 1977 bekannt.

 

Zwischen 1988 und 2008 war er Professor an der Akademie für Bildende Künste der Johannes Gutenberg-Universität Mainz in Mainz. 2000 erhielt er den August Macke Preis.

 

Seine vierteilige Stahlskulpturen-Installation „Rotation“ sorgte in Bonn 1998 für großes Aufsehen. Von 1993 bis 1999 war Ansgar Nierhoff Vorstandsmitglied des Deutschen Künstlerbundes, an dessen Jahresausstellungen er bereits seit 1971 teilnahm. 1990 wurde er Mitglied der Akademie der Künste. Er war Jurymitglied beim Wettbewerb um das Berliner Holocaust-Mahnmal. Der Wahlkölner starb am 2. August 2010 in Köln. Er wurde auf Melaten beerdigt.

 

Bonn besitzt gleich mehrere Arbeiten von Nierhoff: Neben dem „Ausgleich für den Bildersturm“ finden Interessierte seine Stahlskulpturen im Hof des LVR-LandesMuseums und die „Plastische Kreuzung“ vor den Kreuzbauten.

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