Stellungnahme des Stadtdechanten in der Bundesstadt Bonn, Msgr. Wilfried Schumacher, zu Pegida und Bogida

22. Dezember 2014; Reinhard Sentis

Stellungnahme des Stadtdechanten in der Bundesstadt Bonn, Msgr. Wilfried Schumacher, zu Pegida und Bogida:

 

"In der Kirche gibt es keine Ausländer." – Dieser Satz des früheren Kölner Erzbischofs, Joseph Kardinal Höffner, bestimmt das Leben der Katholischen Kirche in Bonn. Seit Wochen unterstützen die Bonner Kirchengemeinden ihren neuen Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki auf vielfältige Weise in seiner Initiative „Neue Nachbarn".

 

Wir pflegen hier in Bonn eine ausgeprägte Willkommenskultur gegenüber den Menschen unterschiedlicher Religionen und Kulturen, vor allem all jener, die ihre Heimat verlassen mussten. Fremdenhass, Rassismus und jegliche Form des Extremismus lehnen wir strikt ab.

 

Gleichzeitig fordere ich alle gesellschaftlichen Gruppen auf, sich mit großer Offenheit mit den Sorgen, Nöten und Ängsten der Menschen auseinanderzusetzen. Die Ängstlichen, Enttäuschten und Wütenden dürfen nicht nur bei den "falschen Propheten" Gehör finden, die nichts Gutes für unser Land im Sinn haben.

 

Nach Zeiten von Diktaturen und Kriegen auch in Deutschland dürfen wir hierzulande dankbar sein für eine lange Zeit des Friedens. Daraus erwächst aber tagtäglich die Verantwortung eines jedes Einzelnen, sich für ein friedliches Miteinander und für Verständigung einzusetzen. Daher muss jeder Bürger genau hinsehen, wem er sich mit seinem Protest anschließt und welche Gesinnung er damit unterstützt.

 

Aus der Erklärung "über das Verhältnis der Kirche zu den nichtchristlichen Religionen (Nostra Aetate), 1965:

  • Wir können aber Gott, den Vater aller, nicht anrufen, wenn wir irgendwelchen Menschen, die ja nach dem Ebenbild Gottes geschaffen sind, die brüderliche Haltung verweigern.
  • So wird also jeder Theorie oder Praxis das Fundament entzogen, die zwischen Mensch und Mensch, zwischen Volk und Volk bezüglich der Menschenwürde und der daraus fließenden Rechte einen Unterschied macht.
  • Deshalb verwirft die Kirche jede Diskriminierung eines Menschen oder jeden Gewaltakt gegen ihn um seiner Rasse oder Farbe, seines Standes oder seiner Religion willen, weil dies dem Geist Christi widerspricht.
 

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