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Das Scheitern beim Fasten

Die Fastenzeit ist in vollem Gange und auch in diesem Jahr wieder hoch im Kurs. Studien zufolge stieg die Anzahl derer, die auf Alkohol oder Süßes verzichten, in den letzten fünf Jahren um 15 Prozent. Demnach üben sich rund 60 Prozent der Deutschen in Verzicht; das ist eine beeindruckende Zahl.

Die Fastenzeit ist in vollem Gange und auch in diesem Jahr wieder hoch im Kurs. Studien zufolge stieg die Anzahl derer, die auf Alkohol oder Süßes verzichten, in den letzten fünf Jahren um 15 Prozent. Demnach üben sich rund 60 Prozent der Deutschen in Verzicht; das ist eine beeindruckende Zahl.

 

Die Gründe fürs Fasten mögen so zahlreich wie die Dinge sein, auf die man mal mehr oder weniger bewusst verzichtet. Der eine übt sich in den 40 Tagen im Verzicht auf Fleisch, wieder ein anderer geht in diesen Tagen „offline“ und schränkt den Gebrauch der sozialen Medien wie Facebook und Instagram ein. Alle jene, die fasten, haben doch mehr oder weniger dasselbe Ziel: ein Gefühl der inneren Freiheit; dass ich selber lebe, anstatt gelebt zu werden. Es ist wie ein Frühjahrsputz der Seele (Anselm Grün).

 

Bei all den guten Vorsätzen, die wir zu Beginn des Fastens haben, vergessen wir manchmal aber auch die Möglichkeit des Scheiterns. Wie schnell sind die guten Vorsätze des Fastens vergessen, und der Griff zur Schokolade oder das gemütliche Feierabendbier im Freundeskreis brechen den Fastenvorsatz. Die große Enttäuschung über sich selbst wird einen dann schnell an die gebrochenen Versprechen und Vorsätze zum neuen Jahr erinnern.

 

Wer sich wirklich vornimmt auf etwas zu verzichten, dem wird es nicht einfach egal sein, wenn er merkt, sich nicht an den guten Vorsatz gehalten zu haben. Wenn wir ernsthaft fasten, dann gehört das Scheitern immer mit dazu, komplett und erfolgreich (Eckhard Raabe). Die Fertigkeit aber besteht dann darin, es erneut zu versuchen, trotz der Erfahrung, es nicht durchgehalten zu haben.

 

Dabei hilft es, sich das Scheitern zuzugestehen und anzunehmen. Was nützen schon ein finsteres Gesicht oder gar irgendeine Form der Selbstkasteiung? Nein, so sollen wir nicht fasten (vgl. Mt 6,16). Das würde auch dem Verständnis eines gütigen und barmherzigen Gottes zuwiderlaufen. Es ist ganz einfach: Wer beim Fasten scheitert, der wagt den Neuanfang und beginnt wieder von vorne, mehr nicht. Den Rest gibt Gott dazu.

 

In diesem Sinne wünsce ich Ihnen noch eine frohe und gesegnete Fastenzeit!
Sebastian Stiewe

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