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Die Katzenberger und das Babypinkeln

Die Geburt Jesu - Nur eine Geschichte vergangener Tage? Stadtdechant Msgr. Wilfried Schumacher ist da anderer Meinung und blickt auf einige Beispiele aktuelle Beispiele, wie die Frohe Botschaft weitergesagt wird.

Das Fest neigt sich dem Ende zu. Zeit für einen Rückblick. Alle Jahre wieder – kaum ein Fest ist so mit Traditionen behaftet wie das Weihnachtsfest. Da wird alles, was aus der Rolle fällt, kritisch beäugt, ist aber durchaus einer Betrachtung und einer Anerkennung wert. Dazu gehört für mich auch die Katzenberger und das Babypinkeln. Genaugenommen ist das “und” eine unkorrekte Verbindung; denn es handelt sich um zwei mediale Ereignisse, die meine Aufmerksamkeit fanden.

 

Auf RTL II konnte man am Heiligen Abend Zeuge der Weihnachtsfeier im Hause Katzenberger werden. Neben dem üblichen Kitsch aus einem österreichischen Schloß gab es auch einen Gottesdienst, dem der Kölner Pastoralreferent Martin Bartsch in der Schlosskapelle vorstand. Da gab es im Vorfeld gewiss manchen Bedenkenträger, ob man das überhaupt machen dürfte. Aber 620.000 Katzenberger-Fans wurden am Heiligen Abend auf diese Weise mit in die Kirche genommen – ob sie es wollten oder nicht. Es gab einen einfachen, aber inhaltsvollen Gottesdienst. Das Weihnachtsevangelium wurde verkündet und die Predigt stellte die biblische Botschaft überzeugend dar. Für jeden/jede der Zuschauer hat es sich gelohnt.

 

Vom Babypinkeln las man auf der Facebook-Seite von Josef aus Nazareth. Er und Maria waren mit eigenen Facebook-Seiten in den Wochen vor Weihnachten im Web präsent. Auf durchaus humorvolle Weise wurde die alte Geschichte durch Medienleute des Bistums Essen ins Heute übersetzt. Da kamen sogar die Autovermietung Sixt und das Möbelhaus Ikea mit ins Spiel. Höhepunkt war jedoch die heutige Einladung zum Babypinkeln. Im Rheinland durchaus ein bekannter Brauch, der die Männer aus dem Freundeskreis zusammenführt bevor die Mutter aus der Wöchnerinnen-Station entlassen wird. Und plötzlich wird einem bewußt: das war damals in Bethlehem wirklich eine Mensch-Werdung, so wie Milliarden andere auch! Und plötzlich ist die Krippe keine  Wohnzimmer-Dekoration mehr, die schön anzusehen ist, aber niemanden mehr anrührt.

 

Zwei Versuche, die alte Botschaft heute neu zu sagen. Nicht mehr in überkommenden Formen und Traditionen, die lange nicht mehr alle erreichen. Dazu zählt auch die Stadtkrippe im Bonner Münster (Foto unten) oder das Weihnachtslob am Heiligen Abend der Citypastoral in der Bonner Remigiuskirche, das alle ansprechen soll, die mit der klassischen Form der Christmette nichts (mehr) anfangen können.

 

 

Einige Schlaglichter auf Weihnachten 2016 – für mich eine Bestärkung darin weiterzumachen, die Botschaft Jesu auf neuen Wegen mit den Menschen in Berührung zu bringen.

 

 

Erschienen auf "Münsterpfarrer's Blog" am 26.12.2016

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