Stabsstelle Kommunikation

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Gedanken zum Reformationsjubiläum - von Superintendant Eckart Wüster

Wenn wir der Reformation vor 500 Jahren in diesem Jahr besonders gedenken, ist das nicht als ein Fest der Abgrenzung zu verstehen. Wir erinnern und vergewissern uns unserer eigenen Wurzeln im Konzert der vielen Kirchen. Wir sprechen gerne von der "Ökumene der Gaben". Das trifft auf schöne Weise, wie wir heute Ökumene leben können. Was wir als evangelische Kirche einbringen ist z.B. die Bedeutung der Bibel. Sie ist die Grundlage und das Fundament unseres Glaubens. Wir bringen eine besondere Struktur unserer Kirche ein, die von unten nach oben aufgebaut ist. Auch die Ordination von Frauen ist ein besonderes Gut unserer evangelischen Kirche.

 

Ich bin zugleich sehr dankbar für das, was bei uns in der Ökumene möglich ist. Wir gehen davon aus, dass wir als Getaufte – gleich welcher Konfession – von Gott geliebte Geschöpfe und damit Schwestern und Brüder sind. Dass wir dabei noch ein ganzes Stück des Weges bis zur vollen gegenseitigen Anerkennung vor uns haben, weiß ich natürlich. Verlassen wir uns dabei auf den Geist Gottes, der schon einiges möglich gemacht hat und – davon bin ich überzeugt – auch weiter möglich machen wird. Darauf vertraue ich, auch wenn es länger dauern sollte, als wir uns wünschen.

 

Wir sind in Bonn in der Ökumene auf einem guten Weg. Die Ökumene in Bonn ist in vielfacher Hinsicht vorbildlich und wirkt auch über Bonn hinaus. So war Bonn die erste Stadt, in der die charta oecumenica unterzeichnet worden ist. Wir haben uns längst auf einen Weg begeben. Da darf es kein Zurück geben. Und dann hoffe und bete ich, dass wir im Miteinander noch weiter kommen. Es wird dann darauf ankommen, den anderen auch mit seinem Anderssein anzunehmen und trotzdem um die Wahrheit zu streiten.

 

Luthers Entdeckung, dass wir vor Gott einen unendlich hohen Wert haben, vereint uns und muss uns nicht mehr trennen. Gleichzeitig schenkt uns diese Erkenntnis des Glaubens immer wieder Mut zur Veränderung. Denn wir können uns dabei als von Gott getragen glauben. Wir Christinnen und Christen leben in dieser Welt und wollen sie gestalten; jeder an seinem, jede an ihrem Ort und zugleich gemeinsam.

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