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Hoffentlich ist Liebe drin!

Was ist wichtig beim Schenken an Weihnachten und worauf kommt es beim Schenken an, fragt sich Stadtdechant Schumacher in unserem Münster-Blog...

Nur noch wenige Tage bis zum Fest. Der Geschenke-Endspurt beginnt. Aber manchmal weiß man wirklich nicht, was mach schenken soll. Mir fällt zur weihnachtlichen Geschenkefrage eine Geschichte ein:

 

Der alte Mann im Altenheim wunderte sich. Eben hatte ihm die Schwester ein Paket gebracht, ein Weihnachtspaket, in buntem Papier, fein verschnürt. Er öffnete es mit zittrigen Händen, die ihm nicht mehr so recht gehorchen wollten. Oben auf lag eine vorgedruckte Weihnachtskarte, in die die Kinder ihre Namen geschrieben hatten und dann fand er wiederum schön verpackt allerlei Brauchbares: einen warmem Winterschal, ein paar Handschuhe, wollene Socken und einen Regenschirm. Alles aus dem Geschäft, das ihm einmal gehört und das er den Kind überschrieben hatte. Er erkannte es an den Preisschildern, die noch an den Dingen klebten. Der alte Mann schaute sich alles an, die Tränen stiegen ihm in die Augen und dann stellte er das Paket dorthin, wo die alten Zeitungen lagen. Nehmen Sie es wieder mit, sagte er erstaunten Schwester als sie später mit dem Mittagessen kam: Da ist keine Liebe drin!

 

Wie viele Geschenke erhalten wir an diesem Fest, worauf dieses Urteil zutrifft. Geschenke, die man sich macht, damit er Kreislauf stimmt, den schon die alten Römer kannten: "Do ut des" - ich gebe damit Du mir gibst. Geschenke, mögen sie noch so kostbar verpackt sein, mögen sie noch selbst so kostbar sein, wenn keine Liebe drin ist, vermögen sie uns nicht zu erfreuen, erreichen oft das Gegenteil.

 

Im Evangelium dieses vierten Advents hören wir von Josef, dem Verlobten Marias. Es ist schon eine Zumutung, was da von ihm im Traum verlangt wird: Er soll eine Beziehung aufrecht erhalten mit einer Frau, die ein Kind nicht von ihm erwartet; er soll ein Kind annehmen, das nicht sein Kind ist. Eine Zumutung für jeden Mann - nicht nur für Josef! Die Botschaft, die er von Gott erhält, ist kurz zusammengefaßt: Josef, da ist Liebe drin! Die Beziehung, die Dir soviel Kopfzerbrechen macht, ist erfüllt von meiner Liebe.

 

Die Liebe Gottes zu uns Menschen wird in diesem Kind sichtbar. Später wird Jesus selbst es im Gespräch mit Nikodemus so formulieren: Denn Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab. Und Paulus schreibt im Brief an Titus: Erschienen ist uns die Güte und Menschenfreundlichkeit unseres Gottes.

 

Unsere Geschenke, die wir uns an Weihnachten machen und über die wir uns hoffentlich freuen, sind letztlich Ausdruck dieser Botschaft. Gott macht uns ein Geschenk! – Die Hauptsache ist, dass Liebe drin ist!


Msgr. Wilfried Schumacher

Münsterpfarrer

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