Cella Memoriae

Die Keimzelle der Stadt Bonn

Keimstätte des Bonner Münsters und damit auch Keimstätte der Stadt Bonn ist die CELLA MEMORIAE. Denn von hier aus entwickelte sich der mittelalterliche Stadtkern.

1928 fand man diese spätantike Totengedächtnisstätte bei Ausgrabungen unter dem Bonner Münster. Derzeit lagert Sie im Depot des Rheinischen Landesmuseums, doch soll sie bald schon im Schatten des Münsters ihren Platz finden. Diese Rückholung der Cella memoriae ist ein ehrgeiziges Projekt der Bonner Münster-Stiftung.

 

Ältestes christliches Zeugnis

In der am Rande eines römischen Gräberfeldes aufgefundenen Totengedechtnisstätte fanden sich zwei blockartige gemauerte Tische und eine an drei Seiten umlaufende Sitzbank. Es war der Ort für Gedächtnismahle, ein heidnischer Brauch, der anfangs auch von den Christen praktiziert wurde.

Der Fund unter dem Bonner Münster gilt deshalb allgemein als früheste christliche Memorie Niedergermaniens, als ältestes christliches Zeugnis im Rheinland, wie auch als Keimzelle der mittelalterlichen Stadt Bonn. Die Ende des vierten Jahrhunderts darüber errichtete erste kleine Saalkirche wird mit den Namen der christlichen Soldatenmärtyrer Cassius und Florentius verbunden.

 

Ad sanctos

Die Cella wurde bald nach ihrer Errichtung gewaltsam zerstört und dann mit Erde zugeschüttet, so dass sie in ihrer Grundstruktur erhalten blieb. Für das sechste Jahrhundert wird über diesem Ort ein rechteckiger Saalbau nachgewiesen. Hier ließen sich die Angehörigen der Bonner Oberschicht „ad sanctos“ , d.h. „bei den Heiligen“ bestatten, denn christliche Zeichen im Boden trugen zur Legendenbildung über hier beigesetzte Märtyrer bei. 691 wird an dieser Stelle in einer Urkunde eine „Basilica“ zu Ehren der Heiligen Cassius und Florentius erwähnt. Um die Kirche herum entstand nach und nach die sogenannte „villa basilica“, die Keimzelle des mittelalterlichen Bonns.

 

Sichtbar für alle

Für die Bonner-Münster-Stiftung ist dieser Ort prägend für die Bonner Stadtgeschichte, denn von hier aus ist unsere Stadt entstanden. Neben dem Eingang des Münsters am Martinsplatz soll ein Pavillon errichtet werden, in dem die "cella memoriae" für alle sichtbar und auch begehbar sein soll. Der Aachener Architekt Professor Ulrich Hahn wurde für die Umsetzung dieses Plans gewonnen. Er möchte gerne in dem Garten neben dem Kapitelsaal eine Stahl-Glas-Konstruktion errichten, die in einer gedachten Achse in Verbindung steht mit dem Fundort der "cella memoriae" unter der Krypta des Münsters.

Die Kosten für das Projekt belaufen sich auf 250.000 Euro. Sie sollen durch Spenden eingeworben werden.

 

Bonner Münster-Stiftung

Gerhard-von-Are-Straße 5 53111 Bonn Telefon: 0228 98588 59 Fax: 0228 98588 15 E-Mail: mail@bonner-muenster-stiftung.de