Dreikönigsaltar im Bonner Münster

Vermutlich war Bonn die letzte Station bei der Überführung der Gebeine der Heiligen Drei Könige von Mailand nach Köln im Jahr 1164. In den folgenden Jahrhunderten erlebte ihre Verehrung einen rasanten Aufstieg nicht nur in Köln. So gibt es seit 1320 einen Dreikönigsaltar im Bonner Münster.

 

Das Ölgemälde des barocken Dreikönigsaltars stammt aus dem Jahr 1701. Die Szene wird erhellt vom Stern von Bethlehem, dessen Strahl besonders Maria und das Kind beleuchtet. Josef und zwei Hirten stehen hinter Maria, die das Kind auf dem Schoß trägt. Von rechts sind die Könige mit ihrem Gefolge herbeigekommen.

 

Bei der letzten Restaurierung des Bildes vor einigen Jahren konnte die Signatur freigelegt werden: "Martin Habelius fecit et ... anno 1701". Martin Habetius ist sonst bisher in der Kunstgeschichte nicht bekannt. Gestiftet hat diesen Altar Gottfried Friedrich Contzen (gest. 1713).

 

Darüber hinaus gibt es Darstellungen der Anbetung der Könige auf dem Vierungs-Altar, Als Fresko im Hochchor und im nördlichen Querhaus wie auch auf einem Fenster des nördlichen Seitenschiffs.

 

Die Huldigung der Sterndeuter

Bibel, Evangelium nach Matthäus Kapitel 2, Verse 1-12 - Anmerkung: Das mit „Sterndeuter“ übersetzte griechische Wort „Mágoi“ bezeichnete zunächst die Mitglieder einer persischen Priesterkaste, die sich mit Sternkunde und Astrologie befassten, sodann allgemein babylonische und sonstige Astrologen. Sie wirkten oft als Berater von Königen, Fürsten und reichen Leuten.

 

Anbetung der Könige. Fresko im nördlichen Querhaus des Bonner Münsters anlässlich der beiden Krönungen

Als Jesus zur Zeit des Königs Herodes in Betlehem in Judäa geboren worden war, kamen Sterndeuter aus dem Osten nach Jerusalem und fragten: Wo ist der neugeborene König der Juden? Wir haben seinen Stern aufgehen sehen und sind gekommen, um ihm zu huldigen.

 

Als König Herodes das hörte, erschrak er und mit ihm ganz Jerusalem. Er ließ alle Hohenpriester und Schriftgelehrten des Volkes zusammenkommen und erkundigte sich bei ihnen, wo der Messias geboren werden solle. Sie antworteten ihm: In Betlehem in Judäa; denn so steht es bei dem Propheten: Du, Betlehem im Gebiet von Juda, /bist keineswegs die unbedeutendste / unter den führenden Städten von Juda; / denn aus dir wird ein Fürst hervorgehen, / der Hirt meines Volkes Israel.

 

Anbetung der Könige. Fenster im nördlichen Seitenschiff

Danach rief Herodes die Sterndeuter heimlich zu sich und ließ sich von ihnen genau sagen, wann der Stern erschienen war. Dann schickte er sie nach Betlehem und sagte: Geht und forscht sorgfältig nach, wo das Kind ist; und wenn ihr es gefunden habt, berichtet mir, damit auch ich hingehe und ihm huldige.

 

Anbetung der Könige. Fresko im Hochchor des Bonner Münsters

Nach diesen Worten des Königs machten sie sich auf den Weg. Und der Stern, den sie hatten aufgehen sehen, zog vor ihnen her bis zu dem Ort, wo das Kind war; dort blieb er stehen. Als sie den Stern sahen, wurden sie von sehr großer Freude erfüllt. Sie gingen in das Haus und sahen das Kind und Maria, seine Mutter; da fielen sie nieder und huldigten ihm. Dann holten sie ihre Schätze hervor und brachten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhe als Gaben dar. Weil ihnen aber im Traum geboten wurde, nicht zu Herodes zurückzukehren, zogen sie auf einem anderen Weg heim in ihr Land.