Helena-Kapelle

Dies ist das einzige Bonner Gotteshaus, das nur aus der Perspektive von neuester Damenoberbekleidung zu sehen ist: die St. Helena-Kapelle, ein verstecktes Kleinod im Komplex des Hauses Am Hof 36.

 

Sie gilt als einzige erhaltene romanische Hauskapelle einer Stiftskurie im Rheinland, datiert auf das 12. Jahrhundert. Das Kirchlein diente den Kanonikern des Cassiusstiftes als Andachtsraum. In der Wetterfahne erinnert die Zahl 1657 daran, dass der Kanoniker J. G. Fabritius die Kapelle in diesem Jahr restaurieren ließ. In mehreren Kriegen hat das Gebäude stark gelitten, zuletzt bei der Bombardierung Bonns gegen Ende des Zweiten Weltkrieges. Die Säkularisation brachte das Haus 1803 in Privathand. Seit 1905 ist die Stadt Bonn Hausherr.

 

Die Kapelle im Obergeschoss des Hauses ist ein schlichter Raum mit Kreuzgradgewölbe und einer halbrunden Apsis. Die erhaltenen, allerdings pflegebedürftigen Fresken stammen aus dem 13. und 15. Jahrhundert. Sie war über lange Zeit unter eine barocken Bemalung verborgen, wurde aber bei einer Restaurierung in den 60-er Jahren wieder freigelegt.

 

Leider ist die der Hl. Helena, der Mutter Konstantins, deren Statue auch das Münster unter der Orgelempore ziert, geweihte Kapelle von innen nur im Sommer (ab 1. April) zugänglich, und zwar über ein Treppenhaus in den Kolonnaden der Straße Am Hof aus montags bis samstags von 10 bis 15 Uhr. Von außen ist das Gebäude von der 1. Etage des Kaufhauses Sinn Leffers während der Geschäftszeiten zu sehen. Dort steht auch eine Informationstafel.