Krippen- und Urbansaltar

Altar zu Ehren der Geburt Jesu und des Heiligen Urban

Der Anfang des Bonner Münsters liegt nicht in Bonn. Der Anfang des Münsters liegt in Bethlehem: Derselbe Sohn, seit Ewigkeit aus Gott Vater gezeugt, wird in Jesus von Nazareth der Sohn Marias, ein Mitmensch in der Geschichte unserer Welt, unser Messias, unser Erlöser. Zeugnis hierfür sind die vielen Weihnachtsdarstellungen in der Basilika, wozu auch der berühmte Krippenaltar gehört. Die richtigere Bezeichnung wäre "Altar zu Ehren der Geburt Jesu und des Heiligen Urban."

 

Gestiftet wurde der Altar 1622 von den Weinbergpächtern des Cassius-Stiftes und ist somit auch dem Heiligen Papst Urban geweiht, der Patron der Winzer ist. Das Retabel des Altars gehört zu den wertvollsten Kunstgegenständen des Münsters.

 

Das Mittelfeld des Retabels zeigt in einem Hochrelief das in einem Korb liegende Jesuskind mit Maria und Josef.  Drei Hirten sind herbeigekommen, das Kind anzubeten.  Als Nebenszene ist im Hintergrund die Verkündigung an die Hirten dargestellt.  Anbetend kniet auf einem Kissen der Stifter als Freifigur vor dem Relief.  Laut Inschrift ist der Altar nicht nur dem "fleischgewordenen Wort", sondern auch dem Papst und Märtyrer Urban geweiht.  Eine Sitzfigur dieses Heiligen ist im Giebelfeld zu sehen. Statuen von St. Cassius und St. Helena stehen neben dem Giebel. In der Bekrönung ist ein Medaillon mit Gottvater.  Die architektonische Gliederung und die bis in alle Einzelheiten vollendete Art der Ausführung offenbaren, dass hier ein Meister von Rang am Werk war.

 

Seit  einigen Jahren ist es wieder guter Brauch, dass vom dritten bis zum siebten Weihnachtstag die Morgenmesse am Krippenaltar gefeiert wird.