Das Cassius-Stift

691 (vermutlich schon 643) wird erstmals eine Gemeinschaft von Priestern an den Gräbern der Märtyrer in Bonn urkundlich bezeugt. Hieraus entstand das Cassius-Stift, dessen berühmtester Vorsteher Gerhard von Are war.
Das Stift und der Propst genossen eine Vorrangstellung im gesamten Erzbistum Köln, welches im Mittelalter wesentlich größer war als heute. Der Bonner Stiftspropst war der erste der Archaediakone und kam in der Rangfolge gleich hinter dem Erzbischof.
40 Stiftsherren gab es am Bonner Münster, darunter Robert von Genf, der spätere Gegenpapst Clemens VII. oder Reginhard, der später Bischof in Lüttich und nach seinem Tod heiliggesprochen wurden.
Zu den Besitztümern des Stiftes gehörten der Drachenfels und Weinberga an Rhein, Ahr und Mosel.