Der Teufel und die Münster-Glocken

Die Stadtpatrone-Glocke

Es ist das einzig noch zusammenhängende Geläut des Glockengießers Martin Legros: Die Glocken des Bonner Münsters. Seit mehr als 250 Jahren rufen sie zum Gottesdienst und machen auf wichtige Ereignisse aufmerksam. Doch es gab eine Unterbrechung. Während des Zweiten Weltkriegs wurden überall die Glocken beschlagnahmt. Sie sollten als Kanonenfutter dienen. Auch die Münster-Glocken waren schon abtransportiert worden. Doch bevor sie eingeschmolzen wurden, endete der Krieg.

 

Dem Teufel waren die berühmten Münster-Glocken, die weithin zu hören waren, immer schon ein Dorn im Auge. Umso mehr ärgerte ihn, dass sie schon bald nach Kriegsende wieder in Bonn läuten sollten. Und er schmiedete einen Plan: Beim Aufziehen der Glocken wollte er die Seile durchtrennen, so dass sie 20 Meter in die Tiefe stürzen und zerbrechen würden.

 

Als nun am 14. Dezember 1945 die Glocken wieder in den Turm hinaufgezogen werden konnten, war auch der Teufel da. Er hatte sich im Turm versteckt und wartete darauf, dass die Glocken hoch gezogen würden. Den Fall aus der Höhe überlebt keine Glocke, dessen war er sich sicher. In seiner Vorfreud wippte er aber so sehr hin- und her, dass dies auch Cassius und Florentius spürten. Bald schon bemerkten sie den teuflischen Plan.

 

Der Teufelsschwanz im Münster-Turm

Und dann setzte sich auch schon die große Glocke der Bonner Stadtpatrone Cassius und Florentius in Bewegung. 2400 Kilogram wurden über viele Seile hochgezogen. Als nun die Glocke über dem Gewölbe im Turm ankam, sprang der Teufel aus seinem Versteck und durschnitt die Seile.

 

Zugleich schoss die Glocke in die Tiefe und der Teufel schaute ihr hinterher. Doch unten standen Cassius und Florentius mit ausgebreiteten Armen bereit. Und bevor die Glocke den Boden erreichte fingen die Stadtpatrone sie auf. Nur ein kleines Stück brach heraus. Ansonsten war die die Glocke nicht beschädigt.

 

Als der Teäufel das sah, tobte er im Turm so sehr, dass dieser begann zu wanken. Und als er schnaubend und mit Lärm aus dem Turm herausfuhr schlug er mit seinem Schwanz noch einmal auf den Münsterturm. Dabei aber schlug er so tief in das Mauerwerk, dass er dort hängenblieb hängen blieb... bis heute.