"Ich liebte das Rheinland"

Die Bonner Jahre des Papstes von Papst Benedikt XVI.

Postkarte aus dem Münster-Laden

„Aber ich muss gestehen, dass mir das Heimweh nach Bonn, nach der Stadt am Strom, ihrer Heiterkeit und ihrer geistigen Dynamik geblieben ist." - Das schrieb Kardinal Josef Ratzinger 1998 in seine Memoiren. Und diese Sehnsucht ist geblieben, was beim 80. Geburtstag von Papst Benedikt XVI. deutlich zu hören war, als Stadtdechant Msgr. Wilfried Schumacher und die damalige Oberbürgermeisterin Bärbel Dieckmann die wahrscheinlich längste Geburtstagskarte der Welt überreichten. „Es war eine wunderbare Zeit", sagte der Pontifex angesichts der Bilder, die seine ehemaligen Stationen in der damaligen Hauptstadt zeigten.

 

Nach seiner Habilitation folgte Josef Ratzinger 1959 dem Ruf der Bonner Universität auf den Lehrstuhl für Fundamentaltheologie. Der Wechsel von München nach Bonn schien ihm nicht schwer gefallen zu sein: „Ich liebte das Rheinland, ich liebte meine Studenten und meine Arbeit an der Universität Bonn." - Und die Studenten liebten ihn. Sie kamen aus allen Fakultäten in Ratzingers Vorlesungen, für die kein Hörsaal groß genug schien. Unter den Hörern auch der ehemalige Bundesminister Dr. Norbert Blüm, der dort seine heutige Frau kennenlernte.

 

Während seiner Bonner Jahre war Papst Benedikt häufig im Bonner Münster. Am Johannes-Altar und am Verkündigungsaltar, der päpstlichen Basilika feierte die Heilige Messe. Seine Zelte schlug der junge Professor zunächst im Erzbischöflichen Theologenkonvikt auf, bevor er eine Wohnung in Bad Godesberg (Wurzerstraße) bezog.

 

1963 verließ Ratzinger Bonn und ging nach Münster. Doch seine Liebe zu Bonn ist geblieben: „Nachts hörte ich die Schiffe auf dem Rhein, der am Albertinum vorbeifließt. Der große Strom mit seiner internationalen Schifffahrt gab mir ein Gefühl der Offenheit und Weite, einer Berührung der Kulturen und der Nationen, die seit Jahrhunderten hier aufeinander trafen und sich befruchteten."

"Ich liebte das Rheinland"

Zitate: Papst Benedikt XVI. / Ratzinger, Josef: "Aus Meinem Leben: Erinnerungen (1927-1977)". 1998 München Benedikt & Bonn

  • Ich liebte das Rheinland, ich liebte meine Studenten und meine Arbeit an der Universität Bonn.
  • Aber ich muss gestehen, dass mir doch ein Heimweh nach Bonn, nach der Stadt am Strom, ihrer Heiterkeit und ihrer geistigen Dynamik geblieben ist.
  • Nachts hörte ich die Schiffe auf dem Rhein, der am Albertinum vorbeifließt. Der große Strom mit seiner internationalen Schifffahrt gab mir ein Gefühl der Offenheit und Weite, einer Berührung der Kulturen und der Nationen, die seit Jahrhunderten hier aufeinander trafen und sich befruchteten.
  • Kehren wir zurück nach Bonn: das erste Semester bleibt wie ein Fest der ersten großen Liebe eine großartige Erinnerung.