Bonner Münster-Information

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MISEREOR-HUNGERTUCH

Das Fastentuch 2016 im Bonner Münster

Im Bonner Münster gibt es seit 10 Jahren in der Fastenzeit ein wechselndes Fastentuch, das die farbigen Fenster und das große Mosaik in der Apsis verdeckt und uns durch diese besondere Zeit begleitet. In diesem Jahr haben wir uns entschieden, das MISEREOR-Hungertuch als Motiv zu nehmen und es mit Erlaubnis von MISEROR auf „unsere“ Größe zu bringen. Gemalt hat es der chinesische Künstler Dao Zi. Es hat die Überschrift „Gott oder Gold - Wie viel ist genug?“

 

Uns erschien es passend als Begleiter in der Fastenzeit in diesem Heiligen Jahr der Barmherzigkeit, das Papst Franziskus ausgerufen hat. „Ich möchte durch meine Kunst den Wesenskern der christlichen Botschaft sichtbar machen und keine biblischen Geschichten illustrieren“, betont Dao Zi.

 

Die Darstellung mag Sie in unterschiedlichen Lebenssituation ansprechen. Für den einen symbolisiert der große Goldklumpen wirklich den Reichtum, den wenige angehäuft haben, „das Gold in vielerlei Prägung, nach dem Menschen verlangen und dem sie sich verschreiben - einem Götzen mit magischer Anziehungskraft“. Für andere ist es vielleicht die „goldene Brücke“ über einen Abgrund, der so überwunden wurde oder noch gemeistert werden muss.

 

Ich sehe darin ein Symbol für Gottes große Barmherzigkeit, mit der er dem Menschen begegnet. Sie überwindet die Kluft, die die Sünde immer wieder auftut. Die sieben kleinen Goldkörner sind Sinnbilder für die sieben Werke der Barmherzigkeit, die auf einen Text in der Bibel zurückgehen, aber heute durchaus auch in moderner Formulierung vorliegen.

 

Msgr. Wilfried Schumacher

Stadtdechant

 

Das Fastentuch im Bonner Münster ist 7 Meter breit und 8,5 Meter Hoch und wiegt ca. 10 Kilogramm. Es ist an einer Stange befestigt, die über ein Stahlseil im Hochchor befestigt ist.

Es wird am Vorabend des Aschermittwoch hochgezogen und hängt bis zum Ende der Fastenzeit. In der Nacht vom Karsamstag zum Ostersonntag wird es abgehängt. Es ist dann ein besonderes Erlebnis, wenn nach den 40 Tagen mit zunehmendem Kerzenlicht das Auge langsam wieder den ganzen Hochchor erahnen kann und schließlich mit der aufgehenden Sonne vom Osten durch die sieben Apsisfenster ins das Münster strahlt.