Über Sieger Köder

Sieger Köder (c) By fromista (Own work) [<a href=http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html>GFDL</a> or <a href=http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0>CC BY-SA 3.0</a>], <a href=https://commons.wikimedia.org/wiki/File%3ASiegerK%C3%B6deramAltar.jpg>via Wikimedia Commons</a>

Der katholische Priester und Künstler Sieger Köder zählt zu den bekanntesten deutschen Malern christlicher Kunst und Krippenbauern des 20. Jahrhunderts. Er galt als ein kraftvoller und farbgewaltiger „Prediger mit Bildern“. Geboren am 3. Januar 1925 in Wasseralfingen, studierte er 1946 bis 1947 in Schwäbisch Gmünd Ziselieren und Silberschmieden, danach bis 1951 Malerei und Kunstgeschichte an der Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart. Köder arbeitete daraufhin als gymnasialer Kunsterzieher in Aalen.

Erst im Alter von 40 Jahren begann Köder mit dem Studium der Theologie und ließ sich 1971 zum Priester weihen. Das Zweite Vatikanische Konzil und die Gestalt Papst Johannes XXIII. gaben dem Spätberufenen den letzten Anstoß zu Theologiestudium und Priestertum. Er predigt mit Bildern, wie er selbst sagte. Propheten und biblische Szenen, Rosen als Zeichen der Ewigkeit und Clowns als Inbegriff des unbeirrt glaubenden Menschen kommen in Sieger Köders leuchtend farbigen Bildern, Kirchenfenstern, Altartafeln und Plastiken vor. Von 1971 bis 1975 war er Vikar in Ulm, ab 1975 Pfarrer in Hohenberg und Rosenberg.

Als sein bekanntestes Bild gilt das "Mahl mit den Sündern", das im Jesuitenhaus San Pastore bei Rom hängt: Zwei offene Hände mit Wundmalen bieten einer bunt gemischten Runde Brot an; ein verkrüppelter schwarzer Mann sitzt am Tisch, eine Prostituierte, aber auch eine reiche Frau, ein Narr - die ganze Welt beim Mahl mit dem Heiland. Dieses Bild mit dem Ewigkeits-, Schönheits- und Lebenssymbol der Rose in der Tischmitte gilt als Markenzeichen für Köders Malerei und für seine Theologie.

1985 erhielt er den Ehrentitel Monsignore. Köder starb am 9. Februar 2015 in Ellwangen.

 

Foto: By fromista (Own work) [GFDL or CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons

Fastentuch von Sieger Köder

Passend zum Motto und der Garteninstallation ist das Fastentuch, ein Motiv von Sieger Köder (1925-2015). Es heißt „Aufwachsende Ähre“. Eine Ähre, Erde, einige Steine, ein blauer Hintergrund – und eine Hand, die im Hintergrund als fast durchsichtig erscheint. Aber diese Hand ist wichtig.

Sie zieht die Ähre nach oben. Wachsen und wachsen lassen. Das Reifen einer Ähre ist vergleichbar mit dem Aufwachsen eines Kindes. Regen und Sonne spielen auf der einen Seite – Eltern und Lehrer auf der anderen Seite eine wichtige Rolle. Dort, wo die Grundlagen gelegt wurden, kann und darf auch etwas reifen. Jeder Mensch hat Fähigkeiten – keiner hat alles und niemand hat nichts, so heißt es in einem Sprichwort. Da gibt es eine tragende, fast unsichtbare, Hand in Deinem Leben, die Dir die Kraft zum Wachsen schenkt.

Die Hand stützt und hält auch die Ähre. Vieles kann dieser kleinen Pflanze passieren, bevor sie groß wird. Steine, Wind, zu viel Regen oder zu viel Sonne schaden mehr, als sie nützen. Auf dem Bild ist die Zusage Gottes „handgreiflich“ zu sehen: ich bin bei Dir. Ich verlasse Dich nicht. Gott nimmt nicht die Steine weg, aber er hilft der Pflanze, trotz mancher Erschwernis zu wachsen.

Fastentuch: Sieger Köder, Aufwachsende Ähre (Ausschnitt) © Sieger Köder-Stiftung Kunst und Bibel, Ellwangen

Fastentuch 2017 von Sieger Koeder (c) Sieger Köder, Aufwachsende Ähre (Ausschnitt) © Sieger Köder-Stiftung Kunst und Bibel, Ellwangen