Darstellung des Herrn - Maria Lichtmess - Kerzensegnung

Weihnachten leuchtet bis in den Februar

Darstellung des Herrn. Fresko im Bonner Münster

Genau 40 Tage nach Weihnachten, also am 2. Februar 2015, feiert die katholische Kirche das Fest "Darstellung des Herrn", besser bekannt als "Mariä Lichtmess." Wie in vielen anderen Kirchen, so werden im Bonner Münster an diesem Tag im Gottesdienst Kerzen gesegnet.

 

„Eigentlich segnen wir nicht die Kerzen, sondern immer nur die Menschen, die diese Dinge zum Guten nutzen", erläutert Stadtdechant Wilfried Schumacher und schließt jedes magische Missverständnis grundsätzlich aus. Mit den brennenden Kerzen wollten die Christen zeigen, dass der Jesus Christus die Welt in ein neues Licht gestellt hat: „Sein Leben und seine Botschaft leuchten in der Dunkelheit auch eines jeden Menschen und sie sollen uns den Weg zum Leben zeigen", so Schumacher.

 

"Eigentlich segnen wir nicht die Kerzen, sondern immer nur die Menschen, die diese Dinge zum Guten nutzen."

Das Los des Erstgeborenen

Der Name Darstellung des Herrn beruht auf einem Bibeltext, der an diesem Tag in den Kirchen gelesen wird. Gemäß jüdischem Reinheitsgebot war es im Judentum Brauch, mit dem erstgeborenen Sohn in den Tempel zu gehen und ein Reinigungsopfer darzubringen. Außerdem wird nach biblischem Gesetz wird der erste Sohn als Eigentum Gottes angesehen und ihm im Tempel übergeben ("dargestellt") und durch eine Geldspende ausgelöst wird. 

 

Lichtsymbolik

Lichtmess ist ein sehr altes Fest: Im dritten Jahrhundert wurde es von Papst Gelatius eingeführt, aber erst 542 ordnete Kaiser Justinian an, dieses Fest in den Kalender des oströmischen Reiches einzufügen. Es dauerte länger als ein Jahrhundert, bis sich das Fest auch in Rom und im gallisch-fränkischen Raum einbürgerte. Ehemals markierte der 2. Februar das Ende der Weihnachtszeit, was nicht zuletzt auch an der Lichtsymbolik lag, denn von diesem Zeitpunkt an, werden die Tage wieder deutlich länger und heller.

 

In der Bibel

Bibel, Evangelium nach Lukas, Kapitel 2, Verse 22-40

 

Es kam für die Eltern Jesu der Tag der vom Gesetz des Mose vorgeschriebenen Reinigung. Sie brachten das Kind nach Jerusalem hinauf, um es dem Herrn zu weihen, gemäß dem Gesetz des Herrn, in dem es heißt: Jede männliche Erstgeburt soll dem Herrn geweiht sein. Auch wollten sie ihr Opfer darbringen, wie es das Gesetz des Herrn vorschreibt: ein Paar Turteltauben oder zwei junge Tauben.

 

In Jerusalem lebte damals ein Mann namens Simeon. Er war gerecht und fromm und wartete auf die Rettung Israels, und der Heilige Geist ruhte auf ihm. Vom Heiligen Geist war ihm offenbart worden, er werde den Tod nicht schauen, ehe er den Messias des Herrn gesehen habe. Jetzt wurde er vom Geist in den Tempel geführt; und als die Eltern Jesus hereinbrachten, um zu erfüllen, was nach dem Gesetz üblich war, nahm Simeon das Kind in seine Arme und pries Gott mit den Worten:

 

Nun lässt du, Herr, deinen Knecht,
wie du gesagt hast, in Frieden scheiden.
Denn meine Augen haben das Heil gesehen,
das du vor allen Völkern bereitet hast,
ein Licht, das die Heiden erleuchtet,
und Herrlichkeit für dein Volk Israel.

 

Sein Vater und seine Mutter staunten über die Worte, die über Jesus gesagt wurden. Und Simeon segnete sie und sagte zu Maria, der Mutter Jesu: Dieser ist dazu bestimmt, dass in Israel viele durch ihn zu Fall kommen und viele aufgerichtet werden, und er wird ein Zeichen sein, dem widersprochen wird. Dadurch sollen die Gedanken vieler Menschen offenbar werden. Dir selbst aber wird ein Schwert durch die Seele dringen.

 

Damals lebte auch eine Prophetin namens Hanna, eine Tochter Penuëls, aus dem Stamm Ascher. Sie war schon hochbetagt. Als junges Mädchen hatte sie geheiratet und sieben Jahre mit ihrem Mann gelebt; nun war sie eine Witwe von vierundachtzig Jahren. Sie hielt sich ständig im Tempel auf und diente Gott Tag und Nacht mit Fasten und Beten. In diesem Augenblick nun trat sie hinzu, pries Gott und sprach über das Kind zu allen, die auf die Erlösung Jerusalems warteten.

 

Als seine Eltern alles getan hatten, was das Gesetz des Herrn vorschreibt, kehrten sie nach Galiläa in ihre Stadt Nazaret zurück. Das Kind wuchs heran und wurde kräftig; Gott erfüllte es mit Weisheit, und seine Gnade ruhte auf ihm.

 

Bauernregeln

  • Ist's an Lichtmeß hell und rein, wird's ein langer Winter sein.
  • Wenn es aber stürmt und schneit, ist der Frühling nicht mehr weit.
  • Lichtmess im Klee, Ostern im Schnee.
  • Der Lichtmess-Sonnenschein bringt großen Schnee herein.
  • Ist's Lichtmess licht, geht der Winter nicht.
  • Weiße Lichtmess - grüne Ostern.
  • Scheint zu Lichtmeß die Sonne heiß, gibt`s noch sehr viel Schnee und Eis.
  • An Lichtmeß fängt der Bauersmann - neu mit des Jahres Arbeit an.