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Erscheinung des Herrn

Das Hochfest, dessen eigentlicher Name "Epiphanie" - "Erscheinung des Herrn" lautet, gehört zu den alten christlichen Festen. Gefeiert wird der Glaube, dass in dem Menschen Jesus Gott selbst der Menschheit als der wahre Erlöser erschienen ist. In den Gottesdiensten wird der Bibeltext vorgetragen, der davon erzählt, dass Sterndeuter (Magier) aus dem Morgenland zur Geburtsstätte Jesu in Bethlehem gezogen sind, um ihn anzubeten. „Wir haben seinen Stern aufgehen sehen und sind gekommen, um ihm zu huldigen“, berichtet der Evangelist Matthäus. Außerdem überbrachten sie symbolträchtige Geschenke: Gold für den König, Weihrauch für den Gott und Myrrhe als Medizin für den Menschen.

 

Der Volksglaube und Interpretationen machten aus den Magiern Könige und die in der Bibel überlieferten drei Geschenke schließlich die Heiligen Drei Könige. In der Kunst repräsentieren die Heiligen Drei Könige oft auch drei Lebensalter und die damals bekannten Kontinente. Damit soll zum Ausdruck kommen, dass Gott für alle Menschen geboren und schließlich gestorben ist. Bereits seit dem 6. Jahrhundert sind in der lateinischen Kirche Variationen der Namen Caspar, Melichor und Balthasar bekannt, während sie in Syrien Larvandad, Hormisdas, Gushnasaph heißen und in Äthiopiern Tanisuram, Mika, Sisisba oder Awnison, Libtar, Kasäd.

 

Vermutlich war Bonn die letzte Station bei der Überführung der Gebeine der Heiligen Drei Könige von Mailand nach Köln im Jahr 1164. In den folgenden Jahrhunderten erlebte ihre Verehrung einen rasanten Aufstieg in Köln, aber auch im gesamten Umland. So gibt es seit 1320 einen Dreikönigsaltar im Bonner Münster. Die Heiligen Drei Könige waren so beliebt, dass sie noch heute in vielen Namen präsent sind: Dreikönig: Triniken(s), Treiken(s); Balthasar: Baltes, Balzer, Belz; Kasper: Gasper, Kaspari, Jasper(s); Melchior: Melchers, Melzer. Aber auch traditionsreiche Herbergen und Gasthöfe entlang der Pilgerwege nach Köln berufen sich auf die Weisen aus dem Morgenland, wenn sie Namen führen wie „Drei Kronen“, „Zum Stern“, „Zum Mohren“ oder „Drei Könige.“

 

Dreikönigsaltar im Bonner Münster

Das Ölgemälde des barocken Dreikönigsaltars stammt aus dem Jahr 1701. Die Szene wird erhellt vom Stern von Bethlehem, dessen Strahl besonders Maria und das Kind beleuchtet. Josef und zwei Hirten stehen hinter Maria, die das Kind auf dem Schoß trägt. Von rechts sind die Könige mit ihrem Gefolge herbeigekommen.

Bei der letzten Restaurierung des Bildes vor einigen Jahren konnte die Signatur freigelegt werden: "Martin Habelius fecit et ... anno 1701". Martin Habetius ist sonst bisher in der Kunstgeschichte nicht bekannt. Gestiftet hat diesen Altar Gottfried Friedrich Contzen (gest. 1713).

Darüber hinaus gibt es Darstellungen der Anbetung der Könige auf dem Vierungs-Altar, Als Fresko im Hochchor und im nördlichen Querhaus wie auch auf einem Fenster des nördlichen Seitenschiffs.