Fastenzeit

Mit dem Aschermittwoch beginnt die Fastenzeit. Sie ist für die Christen eine Vorbereitung auf das höchste Fest: OSTERN, die Auferstehung Jesu.

 

Carne vale ? Fleisch adé

Kaum in Bruch ist größer als vom Karneval zur Fastenzeit. Carne vale (lat. Fleisch adé) heißt es am Abend vor der Fastenzeit, besser bekannt als Faste(l)ovend, wenn sich auch dieser Abend über mehrere Tage ausdehnt. Nach dem tollen Treiben lädt die Fastenzeit ein, nüchtern und klar auf das eigene Leben zu schauen: Was gibt halt? Wovon lasse ich mich tragen? Was gibt mir Orientierung und wovon lasse ich mich leiten? Das Wort „Fasten“ kommt aus dem Mittelalter und meint eigentlich „festmachen“. Die durch das Fasten gewonnenen ideellen und materiellen Freiräume sollen neue Wege zu Gott und den Mitmenschen eröffnen und helfen die Fundamente des eigenen Lebens auszubessern und zu festigen.

 

Caritative Dimension

Zu den Mitmenschen gehören aber auch die Notleidenden und Hilfsbedürftigen auf die die Fastenzeit einen besonderen Blick lenkt und einlädt, ihnen freie Zeit und eingesparte Güter zukommen zu lassen. Diese caritative Dimension der Fastenzeit, die es auch in vielen anderen Religionen gibt, greift seit vielen Jahren das katholische Hilfswerk für Entwicklungszusammenarbeit MISEREOR mit einer besonderen Jahresaktion und einem Hungertuch auf. Das „Bischöfliche Hilfswerk MISEREOR e.V.“ wurde 1958 als „Aktion gegen Hunger und Krankheit in der Welt“ gegründet. Den Namen schlug der Kölner Kardinal Joseph Frings vor, in Anlehnung an den Ausspruch Jesu „Misereor super turbam“ („Ich habe Mitleid mit den Menschen“ Mt 15,23).

 

Fasten im Verborgenen

Für Jesus ist das Fasten keine Äußerlichkeit, sondern eine tiefgründige Herzensangelegenheit: „Wenn ihr fastet, macht kein finsteres Gesicht wie die Heuchler. Sie geben sich ein trübseliges Aussehen, damit die Leute merken, dass sie fasten. Amen, das sage ich euch: Sie haben ihren Lohn bereits erhalten. Du aber salbe dein Haar, wenn du fastest, und wasche dein Gesicht, damit die Leute nicht merken, dass Du fastest, sondern nur dein Vater, der auch das Verborgene sieht; und dein Vater, der das Verborgene sieht, wird es dir vergelten.“ (Bibel, Matthäus, 6,11-18)

 

Warum 40 Tage?

Die christliche Fastenzeit dauert 40 Tage. Sie beginnt am Aschermittwoch und endet in der Nacht vor Ostersonntag. Rechnerisch sind dies 46 Tage, allerdings werden die sechs Fastensonntage nicht dazu gerechnet. An ihnen wird nicht gefastet. Die Zahl 40 hat biblische Bedeutung und steht als Symbolzahl der besonderen Nähe zu Gott und der Bereitschaft zur Umkehr: Das Volk Israel wanderte 40 Jahre durch die Wüste als Zeit der Läuterung, Mose war Gott 40 Tage auf dem Berg Sinai, der Prophet Elija hielt sich 40 Tage auf dem Berg Horeb auf und Jesus weilte 40 Tage in der Wüste um sich durch Gebet und Fasten auf seine Sendung vorzubereiten.

 

 

Verhüllte Altäre, weniger Kerzen und ohne Blumen

Mit dem Aschermittwoch ändert sich auch die liturgische Farbe zu Violett, welche vor allem zu Zeiten der Umkehr und der Vorbereitung getragen wird. So ist die Fastenzeit auch die Vorbereitung auf Ostern und wird deswegen „Österliche Bußzeit“ genannt. Im Bonner Münster wird ein fast 60 Quadratmeter großes Fastentuch Teile des Hochchores, die Chorfenster und das Apsis-Mosaik verdenken. Andere Altäre werden verhüllt, der Blumenschmuck entfernt und Kerzen reduziert. Auch dadurch soll der Blick auf das Innere gelenkt werden.

 

Fastenzeit

In vielen Religionen gibt es besondere Zeiten, in denen man bewusster lebt, bestimmte Riten und Vorschriften beachtet. Diese Zeiten dienen als innere Vorbereitung auf besondere Feste und Anlässe oder wichtige Ereignisse. Für Christen ist die Fastenzeit (österliche Bußzeit) die Zeit der Vorbereitung auf das zentrale Fest des christlichen Glaubens: Ostern, die Feier der Auferstehung Jesu Christi von den Toten. Das Fest der Befreiung. Danach folgen die 50 Tage der Osterzeit bis zum Pfingstfest, welches an die Sendung des Heiligen Geistes erinnert.