Gründonnerstag

Letztes Abendmahl. Fresko im Hochchor des Bonner Münsters

Am Gründonnerstag, auch Hoher Donnerstag genannt, gedenkt die Kirche des letzten Abendmahls Jesu mit seinen Jüngern, der Fußwaschung, der Einsetzung des Sakramentes der Eucharistie, des einsamen Gebetes Jesu auf dem Ölberg, seiner Verhaftung, Vernehmung und Geißelung. Dies alles ist Ausdruck der hingebungsvollen Liebe Gottes zu den Menschen in Jesus Christus. Zum Zeichen der Einheit und der Gemeinschaft der Gläubigen untereinander und mit Christus findet an diesem Tag auch nur eine Eucharistiefeier statt.

 

 

Fußwaschung. Fresko im Hochchor des Bonner Münsters

Der Gründonnerstag hat nichts mit der entsprechenden Farbe zu tun. Die Namensbezeichnung geht auf das altdeutsche „greinen“ oder „grienen“ zurück, was Weinen bedeutet. Die Eucharistiefeier ist besonders feierlich gestaltet, da an diesem Tag ihrer Einsetzung gedacht wird. Im Gegensatz zu den violetten Gewändern der Fastenzeit ist die liturgische Farbe an diesem Tag weiß. Auch wird an diesem Tag im Gegensatz zur Fastenzeit das Gloria im ersten Teil der Messe gesungen, wozu die Glocken läuten. Danach verstummen Orgel und Glocken bis zum Ostertag.

Er erwies ihnen seine Liebe bis zur Vollendung

Aus der Bibel, Evangelist Johannes 13, 1-15

 

Es war vor dem Paschafest. Jesus wusste, dass seine Stunde gekommen war, um aus dieser Welt zum Vater hinüberzugehen. Da er die Seinen, die in der Welt waren, liebte, erwies er ihnen seine Liebe bis zur Vollendung. Es fand ein Mahl statt, und der Teufel hatte Judas, dem Sohn des Simon Iskariot, schon ins Herz gegeben, ihn zu verraten und auszuliefern.

 

Jesus, der wusste, dass ihm der Vater alles in die Hand gegeben hatte und dass er von Gott gekommen war und zu Gott zurückkehrte, stand vom Mahl auf, legte sein Gewand ab und umgürtete sich mit einem Leinentuch. Dann goss er Wasser in eine Schüssel und begann, den Jüngern die Füße zu waschen und mit dem Leinentuch abzutrocknen, mit dem er umgürtet war.

 

Als er zu Simon Petrus kam, sagte dieser zu ihm: Du, Herr, willst mir die Füße waschen? Jesus antwortete ihm: Was ich tue, verstehst du jetzt noch nicht; doch später wirst du es begreifen. Petrus entgegnete ihm: Niemals sollst du mir die Füße waschen! Jesus erwiderte ihm: Wenn ich dich nicht wasche, hast du keinen Anteil an mir. Da sagte Simon Petrus zu ihm: Herr, dann nicht nur meine Füße, sondern auch die Hände und das Haupt. Jesus sagte zu ihm: Wer vom Bad kommt, ist ganz rein und braucht sich nur noch die Füße zu waschen. Auch ihr seid rein, aber nicht alle. Er wusste nämlich, wer ihn verraten würde; darum sagte er: Ihr seid nicht alle rein.

 

Als er ihnen die Füße gewaschen, sein Gewand wieder angelegt und Platz genommen hatte, sagte er zu ihnen: Begreift ihr, was ich an euch getan habe? Ihr sagt zu mir Meister und Herr, und ihr nennt mich mit Recht so; denn ich bin es. Wenn nun ich, der Herr und Meister, euch die Füße gewaschen habe, dann müsst auch ihr einander die Füße waschen. Ich habe euch ein Beispiel gegeben, damit auch ihr so handelt, wie ich an euch gehandelt habe.

 

Joh 13, 1-15