Aufnahme Mariens in den Himmel

15. August

Man muss den Blick heben und genau hinschauen um es zu erkennen: Das Fresko von der Aufnahme Mariens in den Himmel im Bonner Münster. Es ist das höchst gelegene Bild, welches man sieht, wenn man die Basilika betritt. Und darin steckt auch die eigentliche Botschaft des ältesten und bekanntesten Marienfestes: Maria ist jetzt schon da, wo unsere Heimat ist... im Himmel.

 

Assumptio Beatae Mariae Virgines - Aufnahme Mariens in den Himmel - Mariä Himmelfahrt - Vollendung Mariens - Heimgang Mariens - Dormitio Beatae Mariae Virginis - Entschlafung der hochheiligen Gottesgebärerin - Entschlafung der hochheiligen Meisterin unser, der Gottesgebärerin (Entschlafung Mariens)

 

Der Überlieferung nach soll Maria, die Mutter Jesu, nach ihrem Tod direkt und leiblich in den Himmel aufgenommen worden sein. Wenn es in der Bibel hierzu nur Andeutungen gibt, wird das Ereignis in anderer christlicher Literatur (apokryphe Schriften) legendenhaft mit Parallelen zum Osterfest beschrieben. Dahinter steckt die Überzeugung, dass der tiefe Glaube und die innige Beziehung zu Christus ihr den Weg in den Himmel öffnete.

 

Im Volksmund wird das Fest auch "Mariä Himmelfahrt" genannt. Das Fresko im Bonner Münster zeigt doch eine andere Haltung: Maria steht dort mit erhobenen Hände und verdeutlich, damit ihre offene Haltung. Die Engel scheinen sie zu stützen und ihr unter die Arme zu greifen. Damit vollendet sich im Tod noch die unbedingte und unvoreingenommene Hingabe Marias an Gott. So wie Maria ihr Leben für Gott ganz und gar und mit Leib und Seele öffnete, öffnet Gott ihr das ewige Leben bei ihm.

 

Theologischer Hintergrund

"Historisch sichere Nachrichten über Ort, Zeitpunkt und Art ihres Todes existieren nicht", stellt Erzbischof Gerhard Ludwig Kardinal Müller stellt in seinem Lehrbuch "Katholische Dogmatik" fest. Auch der katholische Katechismus kennt "kein direktes biblisches Zeugnis. Jedoch werden Schriftstellen daraufhin gedeutet.

 

Erhebe dich, Jahwe, zu deiner Ruhestätte, du und deine machtvolle Lade. (Psalm 131,8) - Gottes Haus auf Erden, die aus unverweslichem Holz gefertigte Bundeslade, ist der Typus des unverweslichen Leibs Mariens.
Wer ist die, die heraufsteigt aus der Wüste, auf ihren Geliebten gestützt? (Hoheslied Salomons 8,5)
Der Tempel Gottes im Himmel wurde geöffnet, und die Lade seines Bundes wurde in seinem Tempel sichtbar. (Offenbarung des Johannes (11,19)
Dann erschien ein großes Zeichen am Himmel: eine Frau, mit der Sonne bekleidet; der Mond war unter ihren Füßen und ein Kranz von zwölf Sternen auf ihrem Haupt. (Bibel, Offenbarung des Johannes 12,1)

 

Dafür gibt es umso ausführlichere und legendärere Berichte in den Apokryphen (jüdische und christliche Schriften aus der Zeit zwischen 400 vor und 200 nach Christus, die nicht in den Kanon der Bibel aufgenommen wurden).

 

Der Glaube an die leibliche Aufnahme Mariens in dern Himmel ist seit dem 6. Jahrhundert bezeugt und wurde 1950 von Papst Pius XII. zum Dogma erhoben.

 

„Wir verkünden, erklären und definieren es als einen von Gott geoffenbarten Glaubenssatz, dass die makellose Gottesmutter, die allzeit reine Jungfrau Maria, nach Vollendung ihrer irdischen Lebensbahn mit Leib und Seele in die himmlische Herrlichkeit aufgenommen wurde.“ (Apostolische Konstiution Munificentissimus - Der unendlich freigiebigige Gott)
 

Papst Paul VI. fasste das Glaubensgeheimnis von der leiblichen Aufnahme Mariens in den Himmel so im Credo des Gottesvolkes vom 30. Juni 1968 zusammen:

 

„Verbunden in einer ganz innigen und unauflöslichen Weise mit dem Geheimnis der Menschwerdung und Erlösung, wurde die allerseligste Jungfrau, die unbefleckt Empfangene, am Ende ihres irdischen Lebens mit Leib und Seele in die Herrlichkeit des Himmels aufgenommen und – in Vorausnahme des künftigen Loses aller Gerechten – ihrem auferstandenen Sohne in der Verklärung angeglichen.“

 

Messtexte

Tagesgebet

Allmächtiger, ewiger Gott, du hast die selige Jungfrau Maria, die uns Christus geboren hat, vor aller Sünde bewahrt und sie mit Leib und Seele zur Herrlichkeit des Himmels erhoben. Gib, dass wir auf dieses Zeichen der Hoffnung und des Trostes schauen und auf dem Weg bleiben, der hinführt zu deiner Herrlichkeit. Darum bitten wir durch Jesus Christus.

 

Evangelium (Lk 11, 27-28)
In jener Zeit, als Jesus zum Volk redete, rief eine Frau aus der Menge ihm zu: Selig die Frau, deren Leib dich getragen und deren Brust dich genährt hat. Er aber erwiderte: Selig sind vielmehr die, die das Wort Gottes hören und es befolgen.

 

Dormitio-Abtei in Jerusalem

Auf dem Zionsberg in Jerusalem verehren vor allem Katholische Christen den Ort der "Entschlafung Mariens". Gleich neben dem Abendmahlssaal erhebt sich dort die Basilika der Dormitio-Abtei. Ein Ort mit wechselvoller geschichte, denn dort stand schon in antiker Zeit die "Hagia Sion", eine große byzantischee Basilika, die aber schon 614 zerstört wurde. Weitere aufbauten und Zerstörungen folgten, bis im 19. Jahrundert die Katholische Kirche in Deutschland das Grundstück erwarb und auf den Trümmern die Dormitio-Abtei erbaute.


Markant ragen der Glockenturm und die bleigedeckte Kuppel der Dormitio über den Zion und prägen aus verschiedenen Himmelsrichtungen die Skyline der Jerusalemer Altstadt. Vielen Pilgern und einheimischen Christen gilt die Marienkirche der Deutschen als eine der wichtigsten heiligen Stätten im ganzen Land. (Dormtio-Abtei)

1904 wurde die Abtei eingeweiht und zwei Jahre später besiedelten Benediktiner aus Deutschland den Zionsberg bis heute. Am 10. April 1910 wurde schließlich die Abteikirche konsekriert.

 

Kräutersegnung

Die Kräutersegnung an Mariä Himmelfahrt ist ein alter Brauch und beinhaltet den Dank für die heilenden und wohltunenden Pflanzen, die als Geschenk Gottes verstanden werden. „Die Heilkraft der Kräuter soll durch die Fürbitte der Kirche dem ganzen Menschen zum Heil dienen.", wie es in der Erläuterung im Segensbuch (Benedictionale) heißt. Und weiter: „Dieses Heil ist an Maria besonders deutlich geworden."

 

Wetterregeln

  • Leuchten vor Maria Himmelfahrt die Sterne, dann hält sich das Wetter gerne.
  • Wer Rüben will, recht gut und zart, sä`sie an Maria Himmelfahrt.
  • Hat Maria gut Wetter, wenn sie zum Himmel fährt, sie schöne Tag beschert.
  • Wie das Wetter am Himmelfahrtstag, so es noch zwei Wochen bleiben mag.
  • Mariä Himmelfahrt klarer Sonnenschein, bringt meistens viel und guten Wein.
  • Wie das Wetter am Maria Himmelfahrtstag, so der ganze Herbst sein mag.
  • Maria Himmelfahrt, das wisse, gibt es schon die ersten Nüsse.