Sieg des Lebens - Palmsonntag

Einzug Jesu in Jerusalem. Fresko im Hochchor des Bonner Münsters

BONN. Der Palmsonntag steht am Anfang der Karwoche, die auch heilige Woche genannt wird und an deren Ende das höchste Fest der Christenheit steht: Ostern, die Erinnerung an die Auferstehung Jesu.

Am Palmsonntag selbst gedenkt die Kirche des umjubelten Einzugs Jesu in Jerusalem. Mit den Worten "Hosanna dem Sohne Davids" und Palmzweigen wurde er gemäß biblischer Überlieferung begrüßt. Daher auch der Name Palm-Sonntag.

 

Und viele breiteten ihre Kleider auf der Straße aus; andere rissen auf den Feldern Zweigen von den Büschen ab und streuten sie auf den Weg. (Bibel, Evangelist Markus Kapitel 11, Vers 8)

 

Stationsgottesdienst am Palmsonntag im Kreuzgang des Bonner Münsters

Die Messen im Bonner Münster um 10.00 Uhr und 12.00 Uhr beginnen mit der Segnung der Palmzweige und dem Bibeltext vom Einzug Jesu in Jerusalem. Dieser Stationsgottesdienst findet am Abend um 18.30 Uhr im mittelalterlichen Kreuzgang statt, bevor die Prozession in die Basilika einzieht.

 

Da nahmen sie Palmzweige, zogen hinaus, um ihn zu empfangen, und riefen: Hosanna! Gesegnet sei er, der kommt im Namen des Herrn, der König Israels! (Bibel, Johannes Kapitel 12, Vers 13)

 

Palmzweige

Grüne zweige symbolisieren das aus Jesu Tod neu erwachsende Leben

Die grünen Zweige sind Zeichen dafür, was die ganze Feier ausdrücken will: Jesus ist der wahre und einzige König dieser Welt, weil er sein Leben für die Menschen gegeben und allen das ewige Leben geschenkt hat. Diese hingebungsvolle Liebe wird deutlich, wenn in der Eucharistiefeier die Passion, also der biblische Bericht vom Leiden und Sterben Jesu, zur Sprache kommt.

Dies alles vollzieht sich im Bewusstsein der Auferstehung Christi. So werden die im Gottesdienst gesegneten zweige Zweige an die Kreuze gesteckt, um das aus Jesu Tod neu erwachsende Leben zu symbolisieren. Sie haben Zeichencharakter und sind Ausdruck und Hinführung zu Glaube, Hoffnung und Liebe, nicht aber Träger magischer Kräfte.

 

Allmächtiger, ewiger Gott, segne + diese (grünen) Zweige, die Zeichen des Lebens und des Sieges, mit denen wir Christus, unserem König, huldigen. Mit Lobgesängen begleiten wir ihn in seine heilige Stadt; gib, dass wir durch ihn zum himmlischen Jerusalem gelangen, der mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit. AMEN. (Segensgebet am Palmsonntag)

 

Der Einzug Jesu in Jerusalem (Bibel, Evangelist Markus Kapitel 11)

Als sie in die Nähe von Jerusalem kamen, nach Betfage und Betanien am Ölberg, schickte Jesus zwei seiner Jünger voraus. Er sagte zu ihnen: Geht in das Dorf, das vor uns liegt; gleich wenn ihr hineinkommt, werdet ihr einen jungen Esel angebunden finden, auf dem noch nie ein Mensch gesessen hat. Bindet ihn los, und bringt ihn her! Und wenn jemand zu euch sagt: Was tut ihr da?, dann antwortet: Der Herr braucht ihn; er lässt ihn bald wieder zurückbringen.

Da machten sie sich auf den Weg und fanden außen an einer Tür an der Straße einen jungen Esel angebunden, und sie banden ihn los. Einige, die dabeistanden, sagten zu ihnen: Wie kommt ihr dazu, den Esel loszubinden? Sie gaben ihnen zur Antwort, was Jesus gesagt hatte, und man ließ sie gewähren.

Sie brachten den jungen Esel zu Jesus, legten ihre Kleider auf das Tier, und er setzte sich darauf. Und viele breiteten ihre Kleider auf der Straße aus; andere rissen auf den Feldern Zweigen von den Büschen ab und streuten sie auf den Weg. Die Leute, die vor ihm hergingen und die ihm folgten, riefen: Hosanna! Gesegnet sei er, der kommt im Namen des Herrn! Gesegnet sei das Reich unseres Vaters David, das nun kommt. Hosanna in der Höhe!