Fest der Bonner Stadtpatrone Cassius, Florentius und Gefährten

BONN. In allen katholischen Gottesdiensten in der Stadt Bonn wird am Freitag, 10. Oktober 2016, der Stadtpatrone Cassius und Florentius gedacht. Es ist der eigentliche Gedenktag der heiligen Märtyrer. Ebenso gedenken die orthodoxen und koptischen Christen in Bonn der Heiligen.

 

Alljährlich wird am Bonner Münster und in ganz Bonn rund um den 10. Oktober ein zehntägiges Fest mit Gottesdiensten, Prozessionen und Begegnungen gefeiert. Am Beginn bittet der Bezirksbürgermeister um die Öffnung der Gruft. Sie wurde vor fast 1000 Jahren über den Gräbern der heiligen errichtet, bevor man mit dem Bau des Münsters begann. Doch wird an diesem Ort eine "Basilika zu Ehren der Heiligen Cassius und Florentius" bereits im Jahr 691 erwähnt.

 

Erzbischof und Stadtdechant feiern mit den Gläubigen das 850-jährige Jubiläum der Erhebung der Gebeine der Bonner Stadtpatrone

Zeitgleich mit Bonn feiern die Kölner ihren Stadtpatron Gereon und in Xanten gedenkt man des Heiligen Viktors. Allesamt sind sie Märtyrer der sogenannten Thebäischen Legion, deren Anführer, der heilige Mauritius, eine der wichtigsten Heiligengestalten des Mittelalters war. Die Legende besagt, dass eine Legion römischer Soldaten aus Theben Christen wurden und den Kaiser nicht mehr als Gott anbeten wollten, weshalb sie allesamt hingerichtet wurden.

 

Die Gottesdienstordnung des Erzbistums Köln deklariert den Gedenktag der Heiligen Cassius und Florentius für die Stadt Bonn als Hochfest. Bis zur Liturgiereform wurde sogar die Erhebung der Gebeine der Bonner Märtyrer am 2. Mai als gebotener Gedenktag für die ganze Erzdiözese vorgeschrieben. Dies dokumentiert ein Messbuch aus dem Jahr 1758, welches man 2007 bei Sanierungsarbeiten in den Stiftsgebäuden des Münsters wiederentdeckt hat.

 

Prozession zur Marterkapelle in Endenich

Vor allem im Stadtteil Endenich wird am 10. Oktober auch des Heiligen Malusius gedacht. Ursprünglich in Xanten verzeichnet, taucht der Name im Kontext der Stadtheiligen im späten Mittelalter auch in Bonn als Gefährte, von Cassius und Florentius auf. Oberhalb von Endenich, am Hang des Kreuzbergs, wird der Ort des Martyriums lokalisiert.

 

Die Verehrung der Christlichen Märtyrer innerhalb eines Gräberfeldes, wo heute das Bonner Münster steht, wurde 691 urkundlich zum ersten Mal erwähnt, wobei neuere Forschungen bereits auf das Jahr 643 schließen lassen. Seit 1634 sind Cassius und Florentius offiziell Stadtpatrone Bonns und wurden 1902 zusammen mit Malusius auch Stadtteilheilige von Bonn-Endenich.

 

 

Dieses Fest erinnert an die Ereignisse des Jahres 1166:


"... unter großer Anteilnahme von Klerus und Volk, so erzählt die Kölner Königschronik, erhoben Propst Gerhard von Are und Erzbischof Rainald von Dassel die Gebeine der Heiligen aus den steinernen Sarkophagen unter der Krypta und stellten sie in Kostbaren Schreinen auf dem Hochaltar zur Verehrung aus."

 

Dieses Ereignis am 2. Mai 1166 - also 13 Jahre nach der Weihe des Chores und Hochaltares - stellt gleichsam die Heiligsprechung unserer Stadtpatrone Cassius, Florentius und Gefährten dar. Im Mittelalter war dieses Erheben der Heiligen auf den Altar durch die Gläubigen und Priester vor Ort ein Akt der Heiligsprechung ohne einen formalen Prozess in Rom wie wir es heute kennen. Der 2. Mai wurde durch die Jahrhunderte im Cassiusstift und im ganzen Erzbistum Köln als hoher Festtag begangen. Es ist neben dem 10. Oktober der zweite große Festtag zu Ehren der Bonner Stadtpatrone.