Taufe des Herrn

Ende der Weihnachtszeit

Die Taufe Jesu im Jordan. Fenster im nördlichen Seitenschiff

Mit dem Fest „Taufe des Herrn“ endet am Sonntag nach dem Dreikönigsfest (Erscheinung des Herrn) die Weihnachtszeit in der katholischen Kirche. Im Bonner Münster beginnen an diesem Tag einige Gottesdienste am sogenannten Johannes-Altar, auf dem die biblische Erzählung von der Taufe Jesu im Jordan dargestellt ist.

 

Gestärkt in den Alltag: Ende der Weihnachtszeit ist der Anfang des Jahreskreises

Ein Fresko im Hochchor und ein Fenster im nördlichen Seitenschiff zeigen ebenfalls die „Taufe Jesu“, die gemäß liturgischem Kalender am Sonntag nach dem Dreikönigsfest (6. Januar) gefeiert wird. Nach der festlichen Weihnachtszeit, die gefüllt ist mit vielen Feiertagen, ist das Fest der „Taufe des Herrn“ sozusagen die Sendung, mit der Botschaft des Mensch gewordenen Gottes in den Alltag zu gehen. Nach dem Ende der Weihnachtszeit beginnt somit in der Liturgie der Kirche die „Zeit im Jahreskreis“. Damit ändert sich auch die liturgische Farbe, beispielsweise der Messgewänder. Nach Violett im Advent und dem festlichen Weiß in zu Weihnachten folgt bis auf einige Ausnahmen bis zum Beginn der Fastenzeit die liturgische Farbe Grün.

Vor der Liturgiereform 1963 endete der Weihnachtsfestkreis, der den Advent miteinschließt, am Fest „Darstellung des Herrn“ (2. Februar, auch „Maria Lichtmess“ genannt).

 

Taufe-Jesu- & Johannes-Altar

Der Johannes-Altar bzw. Taufe-Jesu-Altar befindet sich im südlichen Querhaus des Bonner Münsters. Auf dem zentralen, vollendet ausgearbeiteten Alabasterrelief ist die Taufe Jesu im Jordan durch Johannes den Täufer zu sehen. Rechts hält ein Engel Kleider für Christus bereit; links im Bild sitzt Johannes der Evangelist und notiert diese Begebenheit. Ein Engel macht den Evangelisten auf die Erscheinung in der Höhe aufmerksam: Dort schwebt der Heilige Geist in Gestalt einer Taube, und darüber im Giebelfeld erscheint Gottvater.

Von 1959 bis 1960 feierte an diesem Altar der Bonner Professor Josef Ratzinger häufig die Heilige Messe, woran sich Benedikt XVI. bis heute gern erinnert.