Projektleitung

Katholische Citypastoral Susanne Bethke Gangolfstraße 14 53111 Bonn T 0228 98588 62 susanne.bethke@katholisch-bonn.de

Das Mittagsbet im Jahreskreis

Die Fresken über dem Chorgestühl im Hochchor

Die prachtvollen Fresken an den Wänden blieben lange unbeachtet, weil sie künstlerisch vielleicht nicht zu den Glanzleistungen des 19. Jahrhunderts zählen. Aber trotzdem vermitteln sie eine Botschaft, "die gute Botschaft". Hier kann die Bibel erschließen, was nicht im im Reiseführer steht. Und aus der Bibel wird im Mittagsgebet vorgelesen: Jeden Tag die Geschichte zu einem Fresko, das von einem Spot beleuchtet und außerdem im Gebetsheft abgedruckt ist. So wird die Lesung zur Bildmeditation. Das schafft einen leichten Zugang für alle Menschen, die aus der "Gebetsübung" gekommen sind. Aber auch, wer das Münster seit langen Jahren kennt, nimmt den Raum jetzt völlig neu wahr – und verbindet bald mit jedem Quadratmeter Wand eine Botschaft für das eigene Leben.

Mittagsgebet im Advent

In diesen Wochen sind Lesungen aus dem Buch Jesaja zu hören, dessen schonungsloses Urteil über das Treiben der Menschen und dessen Visionen von einer lebenswerten Welt nichts an Aktualität verloren haben. Außerdem werden jeden Tag bekannte und beliebte Adventslieder gesungen. Wer zwischen Hektik und Weihnachtsmarkt ein wenig von der spirituellen Dimension des Advents atmen möchte, hat nun jeden Mittag eine schöne Gelegenheit dazu.

Mittagsgebet in der Weihnachtszeit

...die Finsternis geht vorüber

und schon leuchtet das neue Licht...

 

In der Weihnachtszeit hören wir Lesungen aus den Briefen des Apostels Johannes. Dabei erfahren wir Christus als das Licht, das in unsere Dunkelheit tritt.

Mittagsgebet in der Fastenzeit

Das Mittagsgebet hat in der Fastenzeit einen besonderen Charakter: Nicht „in Sack und Asche“ gehen, sondern Impulse erhalten, um mitten im Alltag ein wenig vom Anspruch Jesu umzusetzen.

Der Leitfaden dafür ist die Bergpredigt. Sie führt uns in 20 Kurzlesungen vor Augen, was Jesus uns zutraut: Viele ihrer knallharten Aussagen wirken fast unerfüllbar. Aber als Maßstab können sie uns helfen, unseren Alltag so zu meistern, dass wir mit uns selbst, mit unseren Mitmenschen und mit Gott im Reinen sind. Auch die Lieder und Fürbitten stehen ganz im Zeichen einer pro-aktiven Umkehr und sollen anspornen, durch bewusstes Leben, durch regelmäßigen Kontakt mit Gott und durch gegenseitige Stärkung vom Karneval zum Osterfest zu gelangen, mit anderen Worten: vom Spaß zur Freude.

Mittagsgebet in der Karwoche

In der Karwoche gibt das Mittagsgebet Impulse, die unter die Haut gehen. Gedichte von Paul Celan, Rose Ausländer und anderen jüdischen und christlichen Dichtern treten in einen schroffen Dialog mit den biblischen Lesungen zur Passion Christi. Keine Frömmelei, sondern knallharte Anfragen und Zweifel: „Mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ So wird die Dramatik der Karwoche spirituell erlebbar.

Die Passion Christi konfrontiert uns mit den dunklen Seiten des Lebens: mit Verrat und Einsamkeit, mit Angst, Gewalt und mit dem Scheitern. Sogar aus dem Mund Jesu hören wir die Klage des 22. Psalms: „Mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ In diesem Rahmen dürfen auch unsere Zweifel und Fragen im Raum stehen. Als Besonderheit werden vor dem Gottesdienst kurze Gedichte überwiegend jüdischer Dichterinnen und Dichter vorgetragen. Sie äußern auf ganz unterschiedliche Weise ihre Klagen, ihre Fragen, ihre Resignation, unerfüllte Sehnsucht und ermattete Hoffnung – und führen einen rauhen Dialog mit der liturgischen Überlieferung. So kann das Mittagsgebet auf seine Weise dazu beitragen, die Karwoche als Vorbereitung auf Ostern in all ihrer Tiefe und Dramatik intensiv zu erleben.

Das inhaltliche Programm ist in Zusammenarbeit mit der katholischen Bildungsstätte Burg Rothenfels entstanden. Auch dort und bei den neuen Kooperationspartnern des Mittagsgebets in Kiel und Bozen kann man die Impulse zur Karwoche miterleben.

Mittagsgebet in der Osteroktav

Nach den vierzig Tagen der Fastenzeit mit Verzicht auf das Halleluja und der Betrachtungen der Karwoche hören wir nun die ‘unglaublichen’ Berichte von der Begegnung mit dem auferstandenen Christus. Sie werfen neues Licht auf die dunklen Seiten des Lebens.

Jetzt dürfen wir jetzt um so lauter jubilieren und die Auferstehung unseres Lebens feiern. In der Woche nach Ostern besingen wir dies mit Ostergesängen und meditieren es mit den drei Fresken die die Geschichten mit dem Auferstandenen Christus zeigen.

Mittagsgebet zum Stadtpatronefest

Während der Festdekade findet das Mittagsgebet wie üblich um 12:15 im Hochchor der Basilika statt. Zu den Fürbitten sind die Beter eingeladen, mit hinunter in die Krypta zu steigen, um am Schrein der Märtyrer das "Gebet für die Stadt" zu sprechen und das Mittagsgebet zu beschließen.

Mittagsgebet im November - Tod und Trauer

Der November mit seinem düsteren Wetter und seinen Trauer- und Gedenktagen rückt uns immer wieder unsere Vergänglichkeit ins Bewusstsein: Themen wie Trauer und Tod, Einsamkeit und Leid prägen die Atmosphäre. Öfter als sonst werden wir besinnlich, vielleicht traurig und denken an Verstorbene, deren Andenken wir im Herzen tragen. Dies greift das Mittagsgebet in der Woche nach Allerseelen auf.