Hermann-Joseph von Steinfeld

21. Mai

Der Heilige Hermann-Josef von Steinfeld reicht der Madonna mit dem Kind einen Apfel. Fenster von Paul Weigmann (1923-2009) an der Westseite des nördlichen Seitenschiffes im Bonner Münster. 1974-78

Wer kennt schon das Fenster mit dem Apfel im Bonner Münster? -  Zugegeben, versteckt im äußersten Nordwesten und etwas farblos durch seine graublaue Farbgebung springt es dem Besucher nicht direkt ins Auge. Farblos? nicht ganz, denn es gibt auf diesem Bild einen Farbklecks in leuchtendem Rot und Grün: Der Apfel. Ein kleiner Junge hält ihn in der rechten Hand, doch nicht, um ihn selbst du vernaschen. Im Bildmittelpunkt die Gottesmutter Maria und auf ihrem Schoss sitzt Jesus als junges Kind. Ihm streckt der Schuljunge – bei genauerer Betrachtung erkennt man den Ranzen auf seinem Rücken – den Apfel entgegen. Es ist der Heilige Hermann-Josef von Steinfeld.
 
Gerhard von Are war Propst am Bonner Münster, Reinald von Dassel Erzbischof in Köln und die Hohenstaufen regierten das Reich, als um 1150 Hermann in Köln zur Welt kam. Mit zwölf Jahren wurde er Prämonstratenser-Chorherr im Kloster Steinfeld (Kall/Eifel). Nach seiner Priesterweihe arbeitete er im Kloster und wirkte als Seelsorger. Seine Liebe aber galt dem betrachtenden Gebet, was sich in zahlreichen Dichtungen und Hymnen ausdrückt. Hierzuzählt auch der große Marienhymnus „Gaude, paude, clara Rosa“. Durch seine innige Verehrung der Gottesmutter gaben ihm seine Mitbrüder den Beinamen „Josef“.
 
Bereits aus den Kindertagen wird von Hermann-Josefs Marienfrömmigkeit berichtet. Wenn auch nicht reich an materiellen Gütern, so war doch seine Kindheit geprägt von der Gottes- und Nächstenliebe. Und hier kommt der Apfel ins Spiel. Denn, wie die Legende erzählt, soll er der Muttergottes in der Kölner Kirche St. Maria im Kapitol Äpfel geschenkt haben. Seither wird er auch als Apfelheiliger bezeichnet. Somit kommt der Apfel nicht nur auf das Hermann-Josef-Fenster im Bonner Münster. Auf seinem Grab in der Kloster-Basilika in Steinfeld wie auch in St. Maria im Kapitol findet man nicht nur an seinem Festtag, dem 21. Mai frische Früchte.
 
Im hohen Alter starb Hermann-Josef im April 1241 in Zülpich, wo er die Zisterzienserinnen durch die Fastenzeit begleitete. Bei seiner Überführung nach Steinfeld soll die Eifeler Bevölkerung dem Leichenzug mit Fahnen und Kerzen entgegen gezogen sein. Trotz der großen Verehrung wurde er erst 1958/1960 offiziell durch Papst Pius XII. in das Verzeichnis der Heiligen aufgenommen. Er gilt als Schutzpatron der Kinder und Jugendlichen.

 

Das Grab des Heiligen Hermann-Josef ist Anziehungspunkt für viele Pilger aus der Eifel und dem Umland. Auch heute noch wird das Hermann-Josef-Fest in Steinfeld mit einer Oktav gefeiert, worauf neun "Hermann-Josef-Dienstage" vorbereiten, die durch die Gemeinden gehalten und gestaltet werden.