Johannes von Nepomuk

16. Mai

Der Heilige Nepomuk am Beueler Rheinufer

Johannes von Nepomuk, geboren um 1350, wurde 1393 Generalvikar des Erzbischofs von Prag. In den Auseinandersetzungen zwischen König und Erzbischof wurde Johannes von König Wenzel am 20. März 1393 gefangen genommen, gefoltert und in der Moldau ertränkt. Erst vierzig Jahre später wird berichtet, dass der König von Johannes den Bruch des Beichtgeheimnisses verlangt habe. Doch war Johannes weder Beichtvater der Königin noch Hofprediger. Johannes wurde im Dom zu Prag bestattet. Sein Grab war schon früh Mittelpunkt einer Verehrung des Märtyrers. Seit Ende des 17. Jahrhunderts verbreitete sich sein Kult über Böhmen, Österreich und Deutschland bis zum Rhein hin.

 

Johannes von Nepomuk in Bonn

Der heilige Johannes von Nepomuk im Bonner Münster

Aufgrund der Umstände seines Todes findet man Darstellungen des Heiligen oft an Flußufern und -Brücken. Auch in Bonn steht der Brückenheilige beidseits des Rheins. So steht seit 1862 eine Figur am Nepomuk Platz in Beuel am Rheinufer und ist umgeben mit den Fahnen des Beueler Schiffervereins. Er ist auch der zweite Schutzpatron des Schiffervereins. Aus dieser Tradition geht auch die kirchliche Johannes-Nepomuk-Stiftung hervor.

 

Figur am linken Rheinufer in Bonn

Im Bonner Münster gibt es an prominenter Stelle einen Johannes-Nepomuk-Altar. In der Vierung am Übergang zum Hochchor ist der Heilige aus Marmor weithin sichtbar. Man kann ihn aber auch hören, denn das barocke Geläut des Münsters hat auch eine Nepomuk-Glocke, die nicht nur an seinem Gedenktag geläutet wird. Etwas unbekannter dagegen ist am linksrheinischen Ufer die steinerne Statue am "Rosental", wobei er dort sicher auch das Schutzpatronat für den benachbarten Biergarten übernimmt.

 

Verehrung

Johannes-von-Nepomuk-Glocke des Bonner Münsters

Johannes von Nepomuk wird dargestellt in Chorherrentracht mit Kruzifix, Palme, Kranz mit fünf Sternen, auch mit Brücke und Fluss. Er ist Patron Böhmens; der Beichtväter, Priester, Schiffer, Flößer, Müller, Brücken. Johannes von Nepomuk wird angerufen in Wassergefahren; für Verschwiegenheit, Schutz des Eigentums; gegen Verleumdungen, irrige Urteile; zur Verteidigung des guten Rufs. Besonders verehrt in: Görlitz, Meißen, Regensburg, Salzburg, Wien

 

Für "Johannes" sind auch folgende Namen gebräuchlich: Johannes, Baptist, Batti, Battist, Gion, Giovanni, Hannes, Hanno, Hans, Hanus, Hasse, Henschel, Iwan, Iwar, Jan, Janko, Janning, Jannot, János, Janosch, Jean, Jeanette, Jens, Jo, Johann, John, Jonny, Juan, Nino, Schani, Wanja.