Erzbischof Heinrich II. von Virneburg

Heinrich II. von Virneburg (1244/6-1332), Sohn des Grafen Heinrich von Virneburg und der Ponzetta von Oberstein, erreichte 1304 mit der Wahl zum Erzbischof und Kurfürst von Köln den Höhepunkt seiner Karriere. In dieser Funktion krönte er am 25. November 1314 in Bonn Friedrich III. (genannt: der Schöne) von Österreich zum Gegenkönig des Heiligen Römischen Reiches, woran ein im 19. Jahrhundert restauriertes Wandgemälde im Nordquerhaus der Basilika erinnert (Bild: Ausschnitt).

 

Heinrich war wiederholt in kriegerische Auseinandersetzungen verwickelt, erließ ungewöhnlich viele Gesetze und suchte die Besitzungen des Kölner Erzstifts trotz andauernder Finanzschwierigkeiten zu sichern und zu vermehren. In den 1320er-Jahren leitete er den Inquisitionsprozess gegen den Theologen und Philosophen Meister Eckhart ein; 1322 weihte er den gotischen Chor des Kölner Doms.

Grabplatte Heinrichs II. im Kreuzgangdes Münsters

Erzbischof Heinrich wurde nach seinem Tod in der ehemaligen Barbarakapelle des Bonner Münsters bestattet, die in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts erbaut worden war und nördlich an den Hochchor angrenzte. Später tauschte man den ursprünglichen Gedenkstein, der vermutlich noch vom münstereigenen Steinmetzen oder einem seiner Mitarbeiter angefertigt worden war, gegen den heute im Kreuzgang befindlichen aus. Die nur noch schwer lesbare Inschrift gibt 1331 als Todesjahr an; dabei handelt es sich um eine Besonderheit des mittelalterlichen kölnischen Kalenders.

 

Seine Grabplatte (260 x 130 cm, Trachyt) befindet sich heute im mittelalterlichen Kreuzgang des Bonner Münsters. Die Inschrift lautet:

IN D(OMI)NO HIC REQUIESCIT HENRICUS 11. ARCHIEP(ISCO)PUS ET ELECTOR COLONIENSIS – COMES DE VIRNENBURG MCCCXXXI [RENO]VATUM 1771
Hier ruht im Herrn Heil1rich Il., Erzbischof und Kurfürst von Köln […], Graf von Virneburg, 1331 (d.h. 1332 gestorben). (Dieser Grabsten wurde) 1771 erneuert.

 

Lebensdaten: 1244/6 geboren - 1288 Kanoniker von St. Gereon in Köln - 1297 Dompropst - 1300 Wahl zum Erzbischof von Trier, von Papst Bonifaz VIII. jedoch nicht bestätigt - 1304 Wahl und 1305 Ernennung zum Erzbischof von Köln - 1313 bis 1328 Propst des Cassiusstifts in Bonn - 1332 gestorben.

 

Aus: Mitten im Leben vom Tod um fangen. Der Kreuzgang des Bonner Münsters. Stefan Bodemann, Bonn, 2009 (ISBN 978-3-00-028485-4, Bonner Münster Edition)