Kaiserin Helena

Sie war Mutter, Gastwirtin, Geliebte, Kaiserin, Verstoßene, Pilgerin und Wohltäterin: Die Heilige Helena. In kaum einer Kirche gibt es so viele Darstellungen der Kaiserin Helena, wie im Bonner Münster. Der Legende nach soll sie die erste Kirche über den Gräbern der christlichen Märtyrer gestiftet haben, die heute als die Bonner Stadtpatrone Cassius und Florentius verehrt werden.

 

Im Jahr 2012 erhielt das Bonner Münster im Rahmen großer Feierlichkeiten wieder eine Helena-Reliquie aus dem Trierer Dom. Im 16. Jahrhundert fiel der erste Helena-Schrein einer Plünderung zum Opfer, womit auch die Reliquie verloren ging. Das Trierer Domkapitel wollte diese „empfindliche Lücke“ in der Helena-Tradition wieder schließen und schenkte der „Schwesterkirche“ des Trierer Doms, wie es in der Urkunde heißt, eine Reliquie der Kaiserin.

 

Den Schrein für die Reliquie der Kaiserin ziert auf der Vorderseite eine Darstellung der Heiligen Helena mit Kaiserlicher Krone, dem Kreuz Jesu und dem Bonner Münster in der Hand. Vorbild hierfür war das Gemälde eines Altars, an dem Papst Benedikt XVI. häufig die Messe feierte, als er 1959-1963 an der Bonner Universität lehrte. Der Altar befindet sich im südlichen Querhaus der 1956 zur päpstlichen Basilika minor erhobenen Kirche.

 

Ob die Kaiserin Helena bereits zu Lebzeiten in Bonn war lässt sich nicht nachweisen, jedoch auch nicht widerlegen. Sicher ist aber, dass sie (vermutlich 306-312) in Trier gelebt hat, wo Konstantin der Große seine Residenz hatte.

 

Ein Lied zu Ehren der Heiligen Helena bringt ihr Leben und die Bedeutung für die Menschen zum Ausdruck:

1. O Helena, du hehre, Du milde Kaiserin! / Voll Liebe wir Dich preisen als mächt’ge Schützerin: / Uns strahlt Dein ganzes Leben in höchster Herrlichkeit, / die mehr als alle Kronen, die Tugend dir verleiht.

2. Du bist trotz Kaiserkrone an wahrer Demut reich, / und nennt Dich „Magd des Herren“ der Gottesmutter gleich; / in Liebe allen Armen reichst Du die Kaiserhand, / befreiest die Gefang’nen, erlösest, die verbannt.

3. Dich zog zum Heil’gen Lande Dein Herz in Liebesglut, / zu suchen teure Stätten, geweiht durch Jesu Blut: / Wo er als Kind gelegen so arm im kalten Stall, / wo er am Kreuz gehangen, zu sühnen Adams Fall.

4. Das Kreuz des Herrn Du fandest zum Heil der Christenheit; / uns schenktest Du zum Segen sein ungeteiltes Kleid: / Oh, schenk auch unsr’en Zeiten den starken Glauben Dein, / senk Deiner Liebe Treue in uns’re Herzen ein.

5. Oh, hilf uns, dass wir tragen mit Mut das Kreuz des Herrn, / trotz Leid und Schmerz es grüßen als einz’gen Hoffnungsstern. / Bis wir als Siegeszeichen es einstens strahlen sehn, / wenn Nacht und Schatten weichen, wenn wir zum Licht ersteh’n.