Jeder Christ durch die Taufe

Die Königssalbung ist erstmals im Abendland im Frankenreich anlässlich Dynastiewechsels im Jahre 751 belegt und wurde im November an Pippin Jüngeren († 768) und seiner Gemahlin Bertrada († 783) in Soissons vollzogen. Sie war war nicht nur ein äußeres Zeichen für die göttliche Einsetzung, sondern auch eine Erhöhung des Königs über die Laien.
Schon die Sumerer und Babylonier (3. und 2. Jahrtausend vor Christus) kannten die Salbung als Rechtsakte bei der Einsetzung von Priestern und Beamten. Der ägyptische Pharao salbte seinen höchsten Minister als Zeichen der Machtübertragung.
Im Alten Testament erscheint die rituelle Salbung eines Königs erscheint erstmals im 1. Buch Samuel. Dort wird berichtet, der Prophet Samuel habe Saul zum ersten König von Israel gesalbt (1 Sam 10,1 ). Die Salbung bezeichnet die göttliche Gnade und Erwählung, den herausgehobenen Status unter den Menschen. Gleichzeitig macht sie deutlich, dass der König sein Macht Gott verdankt.
Bei den mittelalterlichen Krönungen der römisch-deutschen Könige und Kaiser behielt der Monarch während der Salbung ein Unterkleid an, das über den zu salbenden Körperteilen Öffnungen aufwies. Der Coronator („Königskröner“) - in der Regel der Erzbischof von Köln, in dessen Erzdiözese die ursprüngliche Krönungsstadt Aachen lag - salbte den künftigen König an Scheitel, Brust, Nacken, zwischen den Schultern, auf dem rechten Arm, am Gelenk des rechten Armes und an der Innenfläche der rechten Hand mit den Worten: „Ich salbe dich zum König im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes“

Das Neue Testament verkündet Jesus von Nazaret als den Gesalbten (hebräisch "Meschiach", griechisch "Christos"). Er ist der König, der Priester und der Prophet - Hoffnungsträger wie niemand sonst.
Durch die Taufe bekommt der Getaufte Anteil an seinem Königtum, Priestertum und Prophetenamt. „Denn du bist Glied des Volkes Gottes und gehört für immer Christus an, der gesalbt ist zum Priester, König und Propheten in Ewigkeit“.
Im letzten Buch des Neuen Testaments heißt es „Christus hat uns zu Königen gemacht und zu Priestern vor Gott seinem Vater." (Offenbarung 1,6) und der Apostel Petrus schreibt: "Ihr seid eine königliche Priesterschaft." (1 Petrus 2,9)