Erklärung des Stadtdechanten zu den Bonner Martinszügen

15. August 2017; Reinhard Sentis

Stadtdechant und Oberbürgermeister werden gemeinsam nach einer Lösung suchen

Erklärung des Stadtdechanten von Bonn, Msgr. Wilfried Schumacher, zur Frage nach der Gewährleistung der Sicherheit für die Bonner Martinszüge während der UN-Weltklimakonferenz:

  

"In diesem Jahr schaut die Welt nach Bonn, wenn 20.000 Teilnehmer zur 23. Weltklimakonferenz in unsere Stadt kommen. Diese für die Schöpfung so wichtige Konferenz findet zeitgleich mit dem Martinsfest statt. Alljährlich freuen sich zehntausende Bonner Kinder darauf, mit ihren Laternen in den über 50 Martinszügen mitziehen und singen zu können.

 

Seit geraumer Zeit habe ich Kenntnis davon, dass sich Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienste Gedanken darüber machen, wie beides, Weltklimagipfel und Martinszüge, miteinander vereinbar sind, da der Klimagipfel ein erhöhtes Personalaufgebot verlangt.

 

Deshalb habe ich den Bonner Oberbürgermeister Ashok Alexander Sridharan um ein Gespräch (nach seinem Urlaub) gebeten, um einen Runden Tisch ins Leben zu rufen. Daran sollen teilnehmen die Veranstalter der Martinszüge, Polizei und Rettungsdienste. In einem konstruktiven Dialog wird man hoffentlich Wege finden, wie die Martinszüge stattfinden können.

 

Es tut mir leid, wenn durch die Veröffentlichung der Polizei derzeit Irritationen entstehen und in den sozialen Netzwerken ein Sturm der Entrüstung aufkommt. Ich bitte alle Beteiligten um Besonnenheit. Gleichzeitig hoffe ich, dass wir gemeinsam, so gut es geht, allen Anforderungen gerecht werden können – ganz im Sinne des Heiligen Martin.

 

Der Heilige Martin (4. Jhd.) praktizierte in seinem Leben die Sorge um die Armen, den toleranten Umgang miteinander und konkrete Friedensarbeit. Das sind Haltungen, die Voraussetzung dafür sind, dass sich die Staaten der Erde auf Klimaschutz-Aktivitäten verständigen. Mit dieser Botschaft gehen bei uns und in der Region die Kinder in den Martinszügen auf die Straße.

 

Die Martinszüge würden die Weltklimakonferenz durchaus bereichern. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus vielen Nationen kennen das Brauchtum nicht und werden sich gewiss an den bunten Zügen und den Kindern mit ihren Fackeln erfreuen. Eine schöne Abwechslung im oft grauen Konferenzalltag."

  

Hintergrund Weltklimakonferenz: Vom 6. bis 17. November 2017 findet in Bonn die 23. Weltklimakonferenz der Vereinten Nationen (Conference of the Parties, COP 23) statt. Die Konferenz wird vom Klimasekretariat der Vereinten Nationen mit Sitz in Bonn durchgeführt. Die Präsidentschaft hat der südpazifische Inselstaat Fidschi. Die Stadt Bonn unterstützt die Vereinten Nationen und die Bundesregierung bei der Durchführung der Konferenz, zu der rund 20 000 Teilnehmende aus aller Welt erwartet werden. Die städtischen Aktivitäten werden vom Amt für Internationales und globale Nachhaltigkeit koordiniert.

 

Hintergrund Martinszug: Rund um das Fest des Heiligen Martin gibt es in der Bundesstadt Bonn über 50 kleinere und größere Martinszüge. Mit über 1700 teilnehmenden Kindern ist der Martinszug des Bonner Münsters der stadtweit größte. Die Züge sind oft der Höhepunkt einer Martinsfestwoche mit Fackelwettbewerben und Aktionen, Besuchen in Krankenhäusern und Altenheimen, Schulen und Kindertagesstätten. Begleitet werden die Züge von zahlreichen Musikgruppen und vom Heiligen Martin als römischer Soldat oder Bischof. Mehr zum Martinsfest in Bonn und dem Brauchtum unter:

www.bonner-muenster.de/martin

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