Tausende machten mit beim großen Bonner Martinszug

1700 Kinder und 3000 Zuschauer - Zug startete wegen der Klimakonferenz COP23 am Münsterplatz - Traditionelles Martinsfeuer am Marktplatz - einer der größten Martinszüge im Rheinland
10. November 2017; Sebastian Eckert; Reinhard Sentis (presse@katholisch-bonn.de)

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BONN. Es war ein ergreifendes Lichterfest in der Innenstadt: Mit bunten Laternen und Martinsliedern zogen beim großen Bonner Martinszug rund 1700 Kinder in elf Fuß- und sieben Musikgruppen durch die Innenstadt. Geschätzt 3000 Zuschauer standen am Wegesrand des Zugs, der zu den größten des Rheinlands gehört.


Der große Bonner Martinszug startete um 17.15 Uhr auf dem Münsterplatz und zog durch die Innenstadt (Remigiusstraße, Remigiusplatz, Acherstraße, Dreieck, Münsterplatz, Windeckstraße, Bottlerplatz, Vivatsgasse, Sternstraße, Markt). Mit dabei der Heilige Martin, dargestellt von Martin Heide, auf einem Pferd, und Klaus Lang als Bettler.

 

Auch das Bonner Münster und die ehemalige Martinskirche waren in Miniaturform im Zug vertreten und wurden von den Münster-Ministranten getragen. Fehlen durfte auch der Gänsewagen nicht, der von Schülerinnen und Schülern der Gymnasien in der City gezogen wurde. Er erinnert daran, dass Martin, als er zum Bischof gewählt wurde, damit nicht einverstanden war und sich in einem Gänsestall versteckt hatte. Keine gute Idee, denn das Federvieh verriet das Versteck und kurze Zeit später war Martin Bischof von Tours.

 

Mantelteilung am Sterntor

Am Sterntor stieg der Martinsdarsteller von seinem Pferd, um die Mantelteilung vorzunehmen, während die Kinder daran vorbeizogen.
„Guck mal, da sind Martin und der Bettler“ oder „Hallo Martin“, war immer wieder zu hören, als die Kinder an dem mittelalterlichen Stadttor den Bettler und römischen Soldaten entdeckten. Die Kinder konnten so zusehen, wie der Martin seinen Mantel am Sterntor mit dem Bettler teilte. Viele Kinder waren regelrecht begeistert, mussten erst durch die ehrenamtlichen Zugordner zum Weitergehen aufgefordert werden.

 

„Das ist aber nicht schlimm“, bemerkt Sebastian Stiewe, Projektleiter des Martinszuges. „Sankt Martin ist nicht nur ein Fest der bunten Laternen. Er soll uns allen ein Vorbild sein in seiner tätigen Nächstenliebe“, so Stiewe. Darin spiegele sich auch das Motto der Martinsaktion wider: Teilen verbindet.

 

Gemeinsamer Abschluss am Marktplatz

Am Marktplatz begrüßte Oberbürgermeister Ashok Sridharan gegen 18.00 Uhr jede Gruppe einzeln, die sich um das traditionelle Martinsfeuer versammelten hatten. Gemeinsam sangen die Teilnehmer Martinslieder zum Abschluss. Zugegen waren ebenso Teilnehmer der Weltklimakonferenz COP23, die der Oberbürgermeister eingeladen hatte und an die er einige Worte richtete.

 

Dankeschön an Helfer und Organisatoren

Der Zug und die vielen Veranstaltungen der Martins-Aktion wären nicht möglich gewesen ohne die unzähligen engagierten Menschen, bei den sich Stadtdechant Msgr. Wilfried Schumacher herzlichst bedankt. 50 ehren- und hauptamtliche Helfer kümmerten sich um Organisation und Durchführung des großen Bonner Martinszugs. Hinzu kamen Kräfte des Roten Kreuzes, der Malteser und der Polizei. Als kleines Dankeschön gab es für alle Helfer nach dem Zug ein kleines Fest im Bonner Münster-Carré, gemeinsam mit Oberbürgermeister Ashok Sridharan und Stadtdechant Msgr. Wilfried Schumacher.

 

Martin besucht Schulen, KiTas, Altenheime und Kliniken

In den Tagen vor dem Martinszug besucht Sankt Martin traditionell Kitas, Schulen, Altenheime und Krankenhäuser. Viele der Pänz und i-Dötzchen hatten sich im Unterricht auf den Besuch vorbereitet und konnten Fragen beantworten, andere hatten gar ein Theaterstück eingeübt.

 

Sehr bewegend war der Besuch der Kinderklinik Bonn. Die „grünen Damen“, ehrenamtlich Tätige des Krankenhauses, hatten ihn mitsamt des Bettlers eingeladen. Herzlich empfingen sie die beiden und sangen Martinslieder. Viele der kleinen Patienten, Eltern und Mitarbeiter erwarteten ihn mit Laternen in der Eingangshalle. Für viele Kinder war es die einzige Möglichkeit, in diesem Jahr an einem Martinszug teilzunehmen. Anschließend zog der improvisierte Martinszug, musikalisch begleitet durch eine Gitarre, durch die verschiedenen Stationen und in die Krankenzimmer. Der Martin überreichte immer wieder den kleinen begeisterten Patienten, Eltern und Mitarbeitern Martinswecken in der Martinstüte des Bonner Münsters.

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