Das Bonner Münster zieht um

Viermonatige Planung - 100 Umzugskartons werden gepackt
24. Juli 2017; Sebastian Eckert (presse@katholisch-bonn.de)

Bonn. Gestern wurde das Bonner Münster geschlossen und schon steht schon der Möbelwagen vor der Tür. Orgel, Bänke, Kerzenständer und sehr viele Bücher und Noten: Alles, was beweglich ist, muss raus, bevor das Bonner Münster generalsaniert wird. Rund 100 Kisten werden derzeit insgesamt gepackt, bevor in den beiden darauffolgenden Tagen die Möbelpacker kommen.

 

Die Gegenstände werden an mehreren Orten in Bonn zwischengelagert. Insgesamt 380 m² Lagerfläche werden benötigt. 15 Helfer aus dem Bonner Münster sind im Einsatz, schätzungsweise 25 Tonnen sind alle Objekte schwer.

 

„Nach Sankt Remigius zieht nur um, was die Kirche auch braucht“, erklärt Umzugsbeauftragter Matthias Föllmer vom Gebäudemanagement am Bonner Münster. Die Vorbereitungen beanspruchten vier Monate. Alle Gegenstände in der Basilika und in der Sakristei wurden inventarisiert und fotografiert. Bei jedem Objekt wurde geprüft, ob die Gemeinde, die für die Heiligen Messen unter anderem in die Schlosskirche und nach Sankt Remigius geht, in den nächsten Jahren darauf zurückgreifen muss, oder ob es eingelagert werden kann.

 

Unter den Gegenständen, die eingelagert werden, sind unter anderem viele der etwa 200 liturgische Messgewänder, von denen das älteste aus dem 18. Jahrhundert ist. Es kam noch zur Zeit des Cassius-Stifts zum Einsatz. Die Noten der Münster-Musik füllen rund 40 Umzugskisten. Auch vielfältige liturgische Bücher werden eingelagert. Die gesamte Sakristei wird während der Generalsanierung ausgebaut, um die dahinterliegenden Wände zu sanieren.

 

Das schwerste und größte Objekt ist die große Klais-Orgel. Wie alle anderen „sperrigen“ Gegenstände bleibt sie noch bis August im Bonner Münster. Unter Führung des Architekturbüros Hahn+Helten und durch die Mitarbeiter der Orgelbau-Fachfirma Klais wird sie dann fachmännisch ausgebaut und eingelagert.

 

Auch die rund 100 Kirchenbänke alle Figuren und beweglichen Altäre verbleiben bis zu diesem Termin im Bonner Münster. Auch der kleine Kirchenschatz, unter anderem die Messkelche und Monstranzen, werden an einem sicheren Ort eingelagert.

 

Alle anderen unbeweglichen Objekte, darunter viele der jahrhundertealten Altäre, verbleiben im Bonner Münster. Sie werden eingehaust, sprich, durch Holz geschützt, um bei den Arbeiten keinen Schaden davonzutragen.

 

Der Umzugskosten und für alle beweglichen Teile, darunter die große Klais-Orgel, Kirchenbänke und Gemälde, unter fachmännischer Aufsicht durch Restauratoren und Fachfirmen belaufen sich auf rund 500 000 Euro. Hinzu kommen noch Kosten für die Einhausung und Sicherung aller unbeweglichen Stücke.

Zurück