Keine Kirchenmeile auf dem Weihnachtsmarkt

Pastorales Projekt pausiert - Baustelleneinrichtung für Generalsanierung ? Bonner Stadtkrippe zieht ins Münster-Carré - Stadtdechant bittet um Verständnis
15. November 2017; Reinhard Sentis (presse@katholisch-bonn.de)

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BONN. Die Baustelleneinrichtung für die Generalsanierung des Bonner Münsters hat zur Folge, dass die Kirchenmeile am Rande des Weihnachtsmarktes nicht aufgebaut werden kann. Der Bauzaun steht genau auf der Grenze des Kirchengrundstücks, das in den vergangenen Jahren für den Hauptteil der Kirchenmeile genutzt wurde. Im Osten befindet sich das große Tor mit der Baustellen-Zufahrt. „Dass wir nach vielen guten Jahren jetzt auf die Kirchenmeile verzichten müssen, tut mir sehr leid“, sagt Stadtdechant Msgr. Wilfried Schumacher. „Es ist eine der vielen Einschränkungen, die wir durch die Generalsanierung bis zur Wiedereröffnung des Münsters hinnehmen müssen.“

 

Der Einschnitt sei vor allem aus pastoralen Gründen schmerzlich, denn Kirchenmeile und Bonner Münster seien im Advent wichtige Anlaufpunkte gewesen. „Für die Entscheidung der Gremien bitte ich um Verständnis. Wir haben mehrere Alternativen geprüft, die sich alle nicht als tragfähig herausgestellt haben“, so Schumacher. Die Betreiber der Buden habe man frühzeitig über die Veränderung informiert.

 

Eine adventlich-weihnachtliche Institution bleibt aber am Bonner Münster: Die Bonner Stadtkrippe. Sie wird derzeit im historischen Kapitelsaal aufgebaut. Vor der Kulisse der Stadt Bonn und mit Figuren unserer Zeit werden biblische Themen und schließlich die Geburt Jesu vergegenwärtigt. Die Stadtkrippe ist ab dem ersten Advent von der Gerhard-von-Are-Straße über den Münster-Laden zugänglich ebenso wie der mittelalterliche Kreuzgang.

 

Erstmalig gab es 2004 eine sogenannte Kirchenmeile entlang des Bonner Münsters mit Buden der Unicef, der Stadt Bonn, der Caritas und der Kirchen. Alle Jahre wieder unter einem anderen Thema brachte die Ökumenische Kirchenhütte karitativ und kreativ Advent und Weihnachten auf den Markt. Dazu gehörten ein Kaleidoskop oder ein Weihnachtsquiz ebenso wie die „Bonner Gaben“ oder eine Schokolade mit Weihrauch-Myrrhe-Geschmack, die eingewickelt in Goldpapier an die Geschenke der Heiligen Drei Könige erinnerte. Mit großem Engagement wurden die Buden vor allem durch hunderte ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der einzelnen Institutionen betreut.

 

Da der Bonner Weihnachtsmarkt, den die Bundesstadt Bonn veranstaltet, nach Marktrecht vergeben wird, haben Gewerbe immer ein Vorrecht vor gemeinnützigen Organisationen. Entlang des Bonner Münsters ist ein verhältnismäßig kleiner Streifen Eigentum der Kirchengemeinde Sankt Martin. Wenn auch am äußersten Rande des Marktes und abseits der Laufwege, so reichte dieser Platz aus, um in Abstimmung mit der Stadt Bonn seit 2004 die Kirchenmeile zu installieren und gemeinnützigen Organisationen einen Platz anbieten zu können.

 

Derzeit laufen die Vorbereitungen für eine der umfangreichsten Sanierungen der jüngeren Geschichte des Bonner Münsters. Nach einer mehrjährigen Bauanalyse und Planung wurde die in Teilen 1000 Jahre alte Basilika am 23. Juli 2017 geschlossen. Im Frühjahr 2018 sollen die Bauarbeiten beginnen und mindestens zwei Jahre dauern. Die Kosten werden auf 20,22 Mio. Euro beziffert. Der Bonner Münster-Bauverein unterstützt die Sanierung und ruft mit der Aktion „Mein Herz schlägt fürs Bonner Münster“ zu Spenden für das Wahrzeichen Bonns auf: www.mein-bonner-muenster.de

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