Finanzierung

Derzeit gibt nach Abschluss der Vorplanung es für alle erforderlichen Maßnahmen erst eine Kostenschätzung. Mit der Planungsgenehmigung beginnen die detailierten Planungen, woraus sich dann auch Kostenberechnungen ergeben. Infolge weiterer Planungen kommt es erst zu einer Kostenfeststellung.

 

Eigentümer des Münsters ist die Kirchengemeinde Sankt Martin, die damit auch primär selbst verantwortlich ist für die Finanzierung der Sanierung. Dabei wird die Kirchengemeinde aber durch das Erzbistum Köln unterstützt, welches einen Großteil der Kosten übernimmt. Ein Teil wird aber bei der Kirchengemeinde selbst bleiben.

 

Allerdings ist die Kirchengemeinde Sankt Martin mit nur 3.300 Mitgliedern sehr klein und nicht vermögend.Der Unterhalt allein für das Bonner Münster (Energie, Reinigung, Wartung, Heizung etc.) beläuft sich auf jährlich mehr als 120.000 Euro. Der Zuschuss aus Kirchensteuermitteln beträgt aber nur 12.000 Euro. Den Rest muss die Kirchengemeinde selbst erwirtschaften oder durch Spenden finanzieren. Um auch hier Transzaprenz zu schaffen, wird die Kirchengemeinde in den nächsten Monaten ihr Vermögen offenlegen.

 

Daneben haben es sich der Bonner Münster-Bauverein und Bonner Münster-Stiftung zur Aufgabe gemacht, das Bonner Münster zu unterstützen. Dazu wurde die Aktion MEIN HERZ SCHLÄGT FÜRS BONNER MÜNSTER ins Leben gerufen.

 

>>> Finanzbericht des Erzbistums Köln 2014

 

Thema: Kirchliche Immobilien in Bonn

Die Details sind bekannt, aber sie eignen sich immer wieder hervorragend für neue Schlagzeilen: Das Vermögen der katholischen
Kirche. Die Aachener Grund, eine Immobiliengesellschaft, besitzt einen großen Teil Immobilien in der Bonner City. Um es direkt zu
sagen: Von diesem Geld hat das Bonner Münster nichts. Lediglich die Bistümer und Orden haben ihre Gelder dort angelegt.

 

Warum? Die Erträge werden vor allem für die Altersversorgung der Priester und Ordensleute benötigt. Denn Priester und Ordensleute haben keine Rentenversicherung und deshalb auch keine Rentenansprüche. Bistümer und Ordensgemeinschaften müssen also selbst für Pensionszahlungen Sorge tragen.

 

Hinzu kommt die betriebliche Zusatzversorgung aller kirchlicher Angestellter. Allein im Erzbistum Köln 60.000 sind dies rund 60.000 Frauen und Männer in Seelsorge, Beratung, Caritas, Erziehung, Bildung und Verwaltung. Hier muss die Kirche verantwortungsvoll Vorsorge treffen. Das Geld muss so angelegt werden, dass es zum Wohle dieser Menschen „Zinsen“ bringt. Bei den Banken ist da nicht viel zu erwarten, und auch die Geldanlage in Aktien ist nicht sicher und könnte auch ethisch bedenklich sein, wenn  sich unter Aktien etwa Papiere von Waffenfirmen oder Atomkraftanlagen befänden. Da bleiben verantwortungsbewussten Finanz-
leuten die Immobilien als sichere Geldanlage.

 

Natürlich stimmt es, dass die Kirche in unserem Land sehr reich ist, ebenso wie unser Land reich ist. Es stimmt auch, dass es kirchliche Amtsträger gab und gibt, die nicht verantwortungsvoll damit umgehen. Das kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Kirche viel Gutes tut mit ihrem Geld. Sie bezahlt damit sehr viel Menschen in der Seelsorge und sozialen Berufen.
Sie unterhält zahlreiche Gotteshäuser, Gemeindezentren, Kindergärten, Schulen und Krankenhäuser. Allein in unserer Stadt haben
wir in den letzten Jahren über 30 Millionen Euro in die bauliche Qualifizierung von Kindertagesstätten investiert. Nach und nach veröffentlichen die deutschen Bistümer ihre Finanzen, und auch die Kirchengemeinden werden in den nächsten Jahren das Gleiche tun.

 

Wir sind eine reiche Kirche – ohne Zweifel. Aber unser Geld ist in erster Linie für die Menschen da – jetzt direkt und unmittelbar
oder über unsere Rücklagen in der Zukunft. Deshalb eignet sich das Thema für eine differenzierte Betrachtung und nicht für billige
Stammtischparolen oder einfache Schlagzeilen.