Höhepunkt des Stadtpatronefestes: Oberbürgermeister Sridharan entzündet erstmalig Bittkerze

16. Oktober 2016; Sebastian Eckert (presse@katholisch-bonn.de)

Fotos ►

Bonn. Es war der Höhepunkt des zehntägigen Festes zu Ehren der Bonner Stadtpatrone Cassius und Florentius – und eine Premiere: Denn während der Festmesse um 10.00 Uhr am Sonntag, 16. Oktober 2016, entzündete der Bonner Oberbürgermeister Ashok Sridharan erstmals die große Bittkerze des Stadtrates und stellte sie am Ende des Gottesdienstes vor dem Schrein der Stadtheiligen in der Krypta auf.

 

Zu den Klängen der Bonnhymne „Urbs Bonnensis, urbs rhenalis“ waren die Mitglieder des Rates und Stadtspitze zu Beginn gemeinsam mit Stadtdechant Msgr. Wilfried Schumacher eingezogen in die fast 1000 Jahre alte päpstliche Basilika, die über den Gräbern der christlichen Märtyrer erbaut ist.

 

In seiner Predigt stellte Stadtdechant Msgr. Wilfried Schumacher die Armut in Bonn ins Zentrum. "Über 11.000 Kinder leben in Armut", erklärte Stadtdechant Msgr. Wilfried Schumacher in Bezug auf die Bundesstadt. Dies sind weit mehr als im Bundes- und NRW-Durchschnitt. "Deshalb werbe ich für die 'Freundschaft mit den Armen'.

 

Es gibt immer jemanden in unserer Nähe, der in Not ist, materiell, emotional oder spirituell. Das größte Geschenk, das wir ihnen machen können, ist unsere Freundschaft, unser Interesse, unsere zärtliche Zuwendung", so Schumacher. "Wenn wir als christliche Gemeinde dies an diesem Festtag so thematisieren, dann deshalb weil wir den Schrei der Armen in dieser Stadt nicht ignorieren dürfen. Sie haben keine Lobby, sie starten kein Bürgerbegehren, sie machen sich nicht in der Öffentlichkeit bemerkbar“, legte er dar.

 

"Es gibt viele Formen von neuer Armut!“, erklärt er, führt aus: "Wir sind mit unserem Papst überzeugt: 'Die Zukunft der Armen in den Städten ist noch mehr Armut.' 'Freundschaft mit den Armen' ist vielleicht für die Politiker kein Wort, das auf Begeisterung stößt. 'Option für die Armen' könnte da schon eher eine Maxime politischen Handelns werden. Jeder Euro, der in Arme, besonders in Kinder und Jugendliche investiert wird, ist eine nachhaltige Investition.“. Er erklärt: "Unsere Stadt schmückt sich mit vielen Titel. [...]Wie wäre es mit 'Bonn – die Stadt mit einer klaren Option für die Armen'?"

 

Das Kerzenopfer ist der Höhepunkt des Stadtpatronefests, das am Dienstag, 19. Oktober 2016, mit der Schließung der Märtyrergruft endet. Bei dem Festgottesdienst um 18.00 Uhr werden die Reliquiare noch einmal durch das Münster getragen und danach im Schrein verschlossen. Feierlich wird Stadtdechant Msgr. Wilfried Schumacher dann die Gruft schließen. Sie bleibt auf längere Zeit ungeöffnet: Voraussichtlich im Sommer 2017 beginnt die umfangreiche Generalsanierung des Bonner Münsters, mit der eine mindestens zweijährigen Schließung der Basilika einhergeht.

 

Unter den Gläubigen waren Vertreter des städtischen und kirchlichen Lebens. Musikalisch wurde der Gottesdienst mitgestaltet durch Bonner Münster-Chor, den Cityprojektchor und das Bonner Münster-Orchester mit Msgr. Professor Wolfgang Bretschneider an der Orgel unter der Leitung von Münster-Kantor Markus Karas. Dabei erklangen die Missa in D-Dur von Andrea Lucchesi (1741-1801) und die Bonner Stadthymne Urbs Bonnensis, urbs Rhenalis von Norbert Richtsteig (*1948). Der Text der Bonn-Hymne, die zum Einzug gesungen wurde, stammt von Dr. Hermann-Josef Frings. 1989 dichtete er die Hymne zur 2000-Jahr-Feier der Stadt Bonn.

 

Das ganze Programm und weitere Informationen zum Stadtpatronefest unter: www.stadtpatrone.de

 

Die Bittkerze des Stadtrates
Die große Bittkerze trägt das Wappen der Stadt Bonn. Bereits aus dem Mittelalter ist die Tradition des Kerzenopfers überliefert. Ein Protokoll des Cassius-Stiftes von 1595 spricht von sechs Wachskerzen, die der Magistrat der Stadt gestiftet hat. Heute trägt die Kerze die Aufschrift Cassi, Florenti orate pro nobis - Der Rat der Stadt Bonn. In der Mitte ist ein Schwert abgebildet, welches auf das Martyrium der Stadtpatrone hinweist. Seit 1300 Jahren werden Cassius und Florentius an diesem Ort für ihren Mut und ihren unbeirrbaren Glauben verehrt.

Zurück