Kerzenopfer des Bonner Stadtrates

Entzünden der Bittkerze des Stadtrates durch den Oberbürgermeister

Seit dem 13. Jh., als die Bonner die Münsterbasilika in ihr Stadtsiegel aufnahmen, ist sie das Wahrzeichen der Stadt Bonn. Wenn sich auch das Panorama der Stadt weitgehend verändert hat, so ist doch das Münster immer noch beherrschend für das Stadtbild.


Das heutige Bonner Münster ist über den Märtyrergräbern der beiden Stadtpatrone Cassius und Florentius entstanden. Die Entwicklung von einer kleinen Kultstätte der spätrömischen Zeit zur ersten Kirchengroßanlage im Rheinland, zu einem bedeutenden Beispiel mittelalterlicher rheinischer Kirchenbaukunst, lässt sich lückenlos verfolgen.


Das Fest der Stadtpatrone Cassius und Florentius wird alljährlich mit einem Hochamt begangen, zu dem auch das traditionelle Kerzenopfer gehört. Das Kerzenopfer des Rates ist bereits seit dem Mittelalter bezeugt. Ein Protokoll des Cassius-Stiftes von 1595 spricht von sechs Wachskerzen, die der Magistrat der Stadt gestiftet hat. Zwischenzeitlich war dieser Brauch in Vergessenheit geraten. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde er wieder belebt.

 

Seit 691/92 werden die römischen Märtyrer Cassius und Florentius nachgewiesen an diesem Ort verehrt. Die Tradition setzt jedoch schon sehr viel früher ein und geht bis ins 3. Jahrhundert zurück. Die Gräber der Heiligen waren Anlass, das Münster und seine Vorgängerbauten zu errichten. 1643 hat der damalige Erzbischof verfügt, dass die Heiligen entsprechend einem römischen Dekret als "Stadtpatrone" verehrt werden sollen. Aber schon 1244 finden wir die Patrone an herausragender Stelle auf dem Bonner Stadtsiegel.